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Outdoor nachhaltig
und fair

Nachhaltigkeit ist in der Outdoor-Industrie das Wort der Stunde – ein Schelm, wer den Firmen dabei reines Verkaufsinteresse und Greenwashing unterstellt. Denn viele Firmen haben ein echtes Interesse, die Welt mit ihren Produkten ein bisschen besser und fairer zu machen. Komplett nachhaltig schafft es aber kaum ein Firma - Páramo ist ziemlich dran.

Die Geschichte von Páramo beginnt ziemlich unspektakulär: der Brite Nick Brown, der Gründer des umweltfreundlichen Impregniermittelherstellers Nikwax, war enttäuscht von der Funktionalität bisheriger Outdoorprodukte und wollte es 1992 selbst besser machen. Um seine Neuentwicklungen zu testen flog er nach Páramo in Kolumbien - ein Ort, bekannt für seine hohen Niederschläge und hohe Luftfeuchtigkeit.

Bei seinem zweiten Besuch in Páramo traf Nick Madre Esther Castaño, die energische Oberin des Ordens „Las Religiosas Adoratrices“. Sie hatte mit zwei gebrauchten Nähmaschinen eine kleine Näherei gegründet, um ausgebeuteten Frauen in Bogotá ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Aus dieser Begegnung entstand nicht nur die erste Páramo Jacke, sondern auch eine langfristige Partnerschaft. Heute stellt die Miquelina Werkstatt 80 Prozent der gesamten Produktion her, beschäftigt 200 Mitarbeiterinnen und bildet jedes Jahr 550 weitere Frauen aus.

Miquelina wurde als gemeinnützige Stiftung anerkannt und ist seit diesem Jahr ein zertifiziertes Mitglied der World Fair Trade Organisation und somit der weltweit erste Produzent von hochwertiger Outdoorbekleidung, der gemäß der WFTO Fair Trade Standards produziert. Die Gewinne der Fabrik werden in gemeinnützige Projekte investiert – zum Beispiel Kindergärten, eine Wohnungsbaugenossenschaft oder eine Kantine für einheimische Schulkinder.

Die Situation der Frauen in Kolumbien
Kolumbien hat wegen des jahrzehntelangen Bürgerkriegs mehr als sieben Millionen Binnenvertriebene – die zweithöchste Anzahl weltweit. Die meisten davon sind Frauen und Mädchen. Sexuelle Gewalt und Drogenmissbrauch sind an der Tagesordnung, ihren Lebensunterhalt müssen viele mit Prostitution verdienen.

„In Kolumbien wird man zur Prostitution gezwungen“, sagt die heute 40-jährige Amparo Chambo, die mit 14 Jahren nach der Ermordung ihrer Eltern aus dem südlichen Cauca in die Hauptstadt flüchtete. „ ich war allein, ich hatte überhaupt kein Geld, und sah deshalb nur einen Ausweg: ich ging anschaffen.“ Als junges Mädchen musste sie schlimmes ertragen: Schläge, Vergewaltigungen und ungewollte Schwangerschaften.

Heute arbeitet sie seit 20 Jahren in der Nähfabrik. „Bei uns erfahren die Frauen erstmals in ihrem Leben Respekt. In vielen Gesprächen geben wir ihnen das Gefühl, wertvoll zu sein und es schaffen zu können: eine Ausbildung zu machen, ihren Lebensunterhalt zu verdienen und frei zu sein“, erzählt Schwester Rosaura, die Leiterin des Ordens.

Mindestens Prio II: der Umweltschutz
Páramo hat sich mit seinem Recycling Programm auch dem Umweltschutz verschrieben. Circa 1000 Kleidungsstücke werden pro Jahr zurück gegeben. Ungefähr 1000 davon wurden repariert und wieder verwertet – der Rest chemisch recycelt. Das geht besonders gut, da Páramo ohne versiegelte Nähte und Beschichtungen auskommt und damit fast komplett aus Polyester besteht. Derzeit befinden sich ungefähr zwei Tonnen Textilien in Recyclingbeständen der britischen Firma – genug Polyester um ungefähr 4000 neue Jacken herzustellen. Páramo ist außerdem der erste Outdoorhersteller, der sich der Greenpeace Detox-Kampagne verpflichtet hat und damit in der gesamten Lieferkette garantiert PFC-frei produziert.

www.paramo-clothing.de

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