Es gibt Orte, an denen Outdoor nicht erst am Wochenende beginnt. Squamish in British Columbia ist so ein Ort. Zwischen Pazifik, dichten Küstenwäldern und den schroffen Gipfeln der Coast Mountains gehört das Draußensein zum Alltag. Mountainbiken, Klettern, Trailrunning, Skitouren gehen – die Berge liegen vor der Haustür, und das Wetter liefert regelmäßig gute Gründe, sich Gedanken über die richtige Ausrüstung zu machen. Genau hier, inmitten dieses endlosen Spielplatzes für Outdoor-Enthusiasten, beginnt die Geschichte von 7mesh.
2013 findet sich ein kleines Team um die drei ehemaligen Arcteryx Führungskräfte Tyler Jordan, Ian Martin und Calum Davidson zusammen. Sie teilen die Leidenschaft fürs Radfahren, verfügen über jede Menge Erfahrung in der Entwicklung technischer Outdoor-Bekleidung und haben eine ziemlich klare Vorstellung davon, was ihnen bei vielen Bike-Produkten bisher fehlte: die Konsequenz, mit der funktionelle Bergsportbekleidung entwickelt wird. Warum sollten Technologien, Materialien und Konstruktionsprinzipien, die sich im alpinen Gelände bewährt haben, nicht auch auf dem Bike funktionieren?
Die Antwort ist 7mesh. Ein Jahr später kommt mit der Revelation Jacket das erste Produkt auf den Markt. Der Anspruch dahinter ist größer als eine weitere Regenjacke für Radfahrer. Es geht darum, Bekleidung zu entwickeln, die sich nicht in den Vordergrund drängt, sondern draußen kompromisslos funktioniert – bei langen Tagen im Sattel, auf abgelegenen Trails und überall dort, wo das Wetter rau und ungemütlich werden kann.
Seitdem verfolgt 7mesh einen Ansatz, der sich durch die gesamte Kollektion zieht: Funktion entsteht nicht durch möglichst viele Features, sondern durch die richtigen: Passform, Material, Gewicht, Atmungsaktivität und Bewegungsfreiheit müssen optimal zusammenspielen. Was auf dem Papier vielleicht gut aussieht, muss sich vor allem draußen bewähren – unter extremer Belastung, bei wechselnden Temperaturen und endlosen Stunden im Sattel auf den Trails.
Dass diese Haltung funktioniert, zeigte sich nicht zuletzt im extremen Ausdauersport. 2019 gewinnt Fiona Kolbinger in 7mesh Bekleidung als erste Frau das Transcontinental Race, ein rund 4.000 Kilometer langes Unsupported Ultracycling Radrennen quer durch Europa. Solche Unternehmungen sind der ultimative Härtetest für die Ausrüstung: Tage und Nächte unterwegs, kaum Gelegenheit zum Wechseln, wenig Platz für Gepäck und Wetterbedingungen, die sich nicht nach dem Rennkalender richten. Für eine Marke wie 7mesh sind genau solche Real Life-Testsituationen essentiell für die Weiterentwicklung ihrer Produkte. Denn hier zeigt sich, was funktioniert und was nicht, wo nachgebessert werden muss und welche Features den Unterschied machen.
Doch wer 7mesh ausschließlich als Fahrradbekleidungsmarke betrachtet, greift inzwischen zu kurz. Über mehr als ein Jahrzehnt diente der Radsport als Entwicklungs- und Testfeld. Jetzt führt die Reise zurück zu den Wurzeln der Gründer: zurück in die Outdoorwelt und zurück ins alpine Gelände, für 365 Tage im Jahr. Dorthin, wo ursprünglich ein Großteil ihrer technischen Expertise entstanden ist.
Mit der Guardian-Kollektion überträgt 7mesh seine Erfahrungen aus dem Bikebereich auf weitere Spielarten des Draußenseins, wie Trail Running, Hiking, Mountaineering und Ski Touring. Die Kollektion umfasst je nach Einsatzbereich unterschiedliche Schutzlevel – von ultraleichten, klein verpackbaren Shells aus der Guardian Air Linie bis zu robusten Hardshells der Guardian Apex Linie für anspruchsvolles, alpines Gelände. Gemeinsame Basis ist die Idee, Schutz vor den Elementen mit möglichst uneingeschränkter Bewegungsfreiheit und möglichst geringem Gewicht zu verbinden. Zum Einsatz kommt die neue GORE-TEX-ePE-Membrantechnologie, die ohne PFAS auskommt und einen reduzierten CO₂-Fußabdruck aufweist.
Das jüngste Mitglied der Guardian Kollektion heißt Guardian Terra. Jacket und Pants sind für Unternehmungen gemacht, bei denen die Bedingungen rauer werden, das Gelände alpiner und Ausrüstung mehr leisten muss als nur ein bisschen Wind und Nieselregen abzuhalten. So sind die Produkte insbesondere mit Blick auf die Bedürfnisse und Anforderungen bei Ski- und Hochtouren entwickelt worden: Bekleidung, die auch unter härtesten Bedingungen, bei hoher körperlicher Belastung, intensiver Bewegung und wechselnden Temperaturen kompromisslos funktioniert, ohne die Bewegungsfreiheit einzuschränken und sich möglichst leicht am Körper anfühlt.
„Terra ist die erste Kollektion, die wir von Anfang bis Ende speziell für Skitouren und Hochtouren entwickelt haben. Der RECCO-Reflektor ist ein kleines Beispiel für etwas, das wir zuvor nicht benötigt haben. Entwickelt man jedoch Bekleidung fürs Gelände, ist er ein Must-have“, sagt Ian Martin, VP of Product und Co-Founder von 7mesh.
Die Guardian Terra Jacket ist dabei das Herzstück des Systems. Ihr dreilagiges GORE-TEX-PRO-ePE-Laminat mit robustem 70-Denier-Obermaterial soll dauerhaften Wetterschutz mit hoher Atmungsaktivität verbinden. Mit rund 390 Gramm bleibt die Jacke für diese Leistungsklasse ziemlich leicht. Der entspannte Schnitt schafft Platz für zusätzliche Schichten, während eine auf Bewegungsfreiheit ausgelegte 360-Grad-Schnittführung auch bei ausladenden Bewegungen am Fels, beim Aufstieg mit Ski oder in der Abfahrt nicht einengt. Dazu kommen nützliche Must-Have-Features wie ein Recco Reflektor, Belüftungsreißverschlüsse unter den Armen und an den Seiten, eine helmtaugliche, anpassbare Kapuze, ein Zwei-Wege-Frontreißverschluss und großzügige Innentaschen, in denen Handschuhe, Felle oder andere Ausrüstungsgegenstände Platz finden. Die Einschubtaschen sind so positioniert, dass sie auch mit Klettergurt gut erreichbar bleiben. Nichts daran wirkt wie ein Feature um des Features willen. Die Konstruktion folgt vielmehr den Anforderungen alpiner Unternehmungen.
Die Jacke ist in drei Farben für Frauen und Herren in den Größen XS bis XXL für 650 Euro erhältlich.
Passend zur Jacke gibt es die 317 Gramm leichte Guardian Terra Pant. Das 3-lagige 70D-GORE-TEX-PRO-ePE-Material schützt vor Nässe, Wind und Schnee, während der bewegungsorientierte Schnitt auch auf steilen Aufstiegen und technischen Passagen genügend Freiheit lässt. Zwei wasserdichte Reißverschlusstaschen an den Oberschenkeln bieten Stauraum, der verstellbare Bund lässt sich unkompliziert anpassen. Besonders praktisch sind die seitlichen Zwei-Wege-Reißverschlüsse, die Belüftung ermöglichen und das An- und Ausziehen über Berg- oder Tourenskischuhe erleichtern. Verstärkungen am Beinabschluss schützen die Hose dort, wo Steigeisen und Skikanten dem Material besonders zusetzen.
Die schwarze Shell Hose ist für Damen und Herren in den Größen XS bis XXL für 500 Euro erhältlich.
Natürlich ist technische Bekleidung kein Selbstzweck. Die beste Jacke macht aus einem verregneten Tag noch keine gute Tour, und auch die ausgefeilteste Membran ersetzt weder Erfahrung noch eine vernünftige Entscheidung am Berg. Aber sie kann dafür sorgen, dass wir uns weniger mit unserer Ausrüstung und mehr mit dem beschäftigen, weswegen wir überhaupt draußen sind: mit dem nächsten Anstieg, dem unbekannten Tal hinter dem Pass, dem ersten Licht auf einer Felswand oder dem Moment, in dem sich die Wolken öffnen und plötzlich die ganze Bergwelt vor uns liegt.
Genau darin liegt die Stärke von 7mesh. Die Marke denkt Bekleidung nicht von einer einzelnen Sportart aus, sondern von den Bedingungen, unter denen Menschen draußen unterwegs sind. Die Erfahrungen aus dem Radsport – geringes Gewicht, präzise Passform, Bewegungsfreiheit und Ausdauer – bilden dabei die Grundlage. Mit Guardian Terra werden diese Prinzipien auf eine alpine Umgebung übertragen, in der Robustheit und Schutz noch einmal eine andere Bedeutung bekommen.
Der Name 7mesh verweist übrigens auf Sk̲wx̱wú7mesh, die indigene Bezeichnung für Squamish, und damit auf den Ort, an dem die Marke zu Hause ist. Auch das Logo greift die Landschaft auf: Die Sieben steht für den Mount Garibaldi, das „m“ für die markante Silhouette des Stawamus Chief. Zusammen symbolisieren sie die Berge, die Community und die grenzenlosen Möglichkeiten für Abenteuer, die uns jeden Tag aufs Neue inspirieren. Es ist eine Erinnerung daran, dass die besten Ideen bei 7mesh nicht am Schreibtisch entstehen, sondern draußen, in den Bergen vor der Haustür.
Vielleicht ist das die eigentliche Entwicklung von 7mesh: keine Abkehr vom Fahrrad, sondern eine konsequente Erweiterung des eigenen Horizonts. Vom Gravelbike auf den Bergpfad, vom langen Tag im Sattel zur Skitour im Schneesturm. Das Gelände, die Sportart und Ausrüstung verändern sich, der Anspruch bleibt der gleiche.
