Outville Wanderung Heimgarten_Blick vom Heimgarten hinüber zum Herzogstandpavillion

Sechs Wanderungen gegen die Herbstdepression

Der Herbst ist die beste Jahreszeit zum Wandern: Es ist nicht zu heiß, die Luft ist klar, Fernsicht ist garantiert und als Kirsche obendrauf packt die Vegetation ihr schönstes Farbspiel aus. Die Erinnerung an solche Bergausflüge rettet durch die grausten Herbstwochen. Outville stellt sechs Wanderungen vor – für jedes Zeitbudget und Fitnesslevel.

Breitenstein: Grandiose Aussicht für wenig Anstrengung

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Laubfärbung am Breitenstein
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Energiespeicher auftanken
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Panoramablick am Gipfel
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Bunte Laubwelt
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Auf den letzten Metern zum Gipfel
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Gipfelglück

Der Breitenstein (1622 m) im Mangfallgebirge steht seinem großen, berühmten Nachbarn Wendelstein (1838 m) höchstens in ein paar Höhenmeter nach. Zwar ist der leicht zu erreichende Gipfel gut besucht, dennoch treten sich dort nicht so viele Leute auf die Füße, wie auf dem mit einer Seilbahn erschlossenen Wendelstein. Die Aussicht auf den berühmten Nachbarn, ins Oberland, auf die Rotwandgruppe und bei klaren Verhältnissen sogar bis zu den schneebedeckten Gipfeln des Großvenedigers, ist auch vom Breitenstein aus mehr als beeindruckend. Vom Startpunkt Birkenstein gelangt der geübte Wanderer in etwa zwei Stunden am Gipfel, weswegen sich die Tour vor allem für kurze Herbsttage besonders eignet. Ihr geht vom Parkplatz in Birkenstein auf der Teerstraße zurück leicht ansteigend nach rechts. Von dort folgt ihr immer den Schildern Richtung Breitenstein oder Bucheralm. Diese erreicht ihr nach ungefähr einer Stunde. Der Anstieg wird ab der Bucheralm deutlich steiler bis ihr den Sattel erreicht. Am Sattel geht’s geradeaus über eine flache Wiese und bald links Richtung Breitenstein an der Hubertushütte vorbei, die sich beim Abstieg für eine Einkehr anbietet. Auf dem Rückweg steigt ihr ab der Hubertushütte Richtung Kesselalm erst durch einen lichten Wald über einen schmalen Pfad und später über einen Forstweg ab.

Parkplatz an der Wallfahrtskirche,  Birkensteinstraße 96, 83730 Fischbachau,  ca. 1 Stunde mit dem Auto ab München / oder von München HBF mit der BOB Richtung Bayerischzell bis Miesbach, ca. 40 Minuten, von dort mit dem Bus 9552 zur Haltestelle Birkenstein /  leicht, 800 Höhenmeter, ca. 9 Kilometer, ca. 4:30 Stunden / Einkehrmöglichkeiten in der Kesselalm (Mai bis Ende Oktober geöffnet, Dezember bis April bei schönem Wetter) und der Hubertushütte (ganzjährig geöffnet, von November bis April nur an schönen Wochenenden)  

Naturdenkmal Großer Ahornboden: Der Herbstklassiker

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Herbststimmung
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Blick hinunter zum Großen Ahornboden
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Der erste Schnee im Jahr am Großen Ahornboden
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Blick auf Gamsjoch und Gumpenspitze
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In der Eng mit bunt gefärbten Ahornbäumen

Der große Ahornboden im Karwendel ist DER Place to be im Herbst. Dementsprechend touristisch geht es dort leider an schönen Tagen zu. Die rund 2000 goldgelb bis rot gefärbten, zum Teil 600 Jahre alten Ahornbäume vor beeindruckender Karwendelkulisse sollte man sich dennoch auf keinen Fall entgehen lassen. Nicht umsonst steht der Große Ahornboden seit 1972 als Naturdenkmal unter besonderem Schutz und wurde von den Tirolern sogar zum schönsten Platz in ganz Tirol gewählt. Die volle Dröhnung Herbstkitsch verspricht die kurze Wanderung zur Binsalm über den Panoramaweg, von dem man auf den Ahornboden hinab blicken kann. Am Ende des Almdorfes Eng starten die Wanderwege zu den Hütten oberhalb des Ahornbodens. Links beginnt der Wanderweg in Richtung Binsalm und Lamsenjochhütte. Auf ihm verlasst ihr die Engalm. Zuerst wandert ihr in der Ebene, dann zweigt rechts der  Panoramaweg ab, der euch in einer kleinen Runde in rund 40 Minuten zur Binsalm (1500 m) bringt. Wer noch weitere zwei Stunden Zeit mitbringt, kann hinauf wandern auf den 2080 Meter hohen Hahnkampl oder gar die Überschreitung über das Lamsenjoch zur Lamsenjochhütte und über einen leichten Klettersteig auf die Lamsenspitze (2508 m) wagen. Dann solltet ihr allerdings gute sechs Stunden kalkulieren, bis ihr zurück am Parkplatz seid.

Großer Ahornboden, Risstal Landesstraße, 6215 Eng, Österreich / DB München HBF – Lenggries ca. 1 Stunde / weiter mit dem Bergsteigerbus (Linie 9569 – fährt bis 29. Oktober 2017) ca. 1 Stunde / Eng – Binsalm / sehr leicht, 250 Höhenmeter, ca. 3 Kilometer, ca. 40 Minuten, Einkehrmöglichkeit in der Binsalm (bis Ende Oktober geöffnet)  und der Eng Alm

Heimgarten: Panorama satt

Der Heimgarten zählt zu recht zu den Klassikern unter den Münchner Hausbergen, denn das Panorama von dem freistehenden , 1.791 Meter hohen Gipfel ist gewaltig: Kochelsee,  Herzogstand, Jochberg, Bene Wand, Walchensee, Karwendel, Wetterstein mit Alp- und Zugspitze, Estergebirge und Laber mit Ettaler Mandel. Oben am Gipfelkreuz ist an Wochenenden so einiges los. Denn der Wander Klassiker lässt sich von drei Seiten besteigen: von Ohlsadt aus, von Schlehdorf und vom Walchensee. Einige, die am Walchensee die Tour beginnen, kürzen bergauf mit Hilfe der Herzogstandbahn ab und wandern dann über den Grat hinüber zum Heimgarten. Die hier beschriebene Variante startet in Ohlstadt, am südöstlichen Ortsrand beim Wanderparkplatz Heimgartenstraße. Auch hier ist man selten ganz alleine unterwegs, aber es ist meist entspannter als über den Herzogstand. Direkt hinter dem Parkplatz führt der schmale Wanderweg in den Wald und schlängelt sich vorbei an kleinen Wasserfällen und Gumpen. Immer wieder kreuzt der Weg die Forststraße, auf der man ein paar Meter läuft bis links oder rechts der kleine Wanderweg wieder auftaucht. Ab der Bärenfleckhütte geht es über einen teils recht steilen Bergsteig hinauf auf den Rücken, der den Heimgarten mit dem Rauheck verbindet. Von dort zieht sich ein ebenso steiler schmaler Schotterweg bis zur Heimgartenhütte, die direkt unterhalb des Gipfels liegt. Rund zweieinhalb bis drei Stunden benötigt man für 1.070 Höhenmeter Aufstieg von Ohlstadt aus. Während der Saison, von Mitte Mai bis Mitte Oktober, hat die kleine Berghütte geöffnet und lädt zur Einkehr ein. Wer außerhalb der Saison unterwegs ist packt am besten eine kleine Brotzeit in den Rucksack. Der Abstieg erfolgt über die Aufstiegsroute oder alternativ über die Kaseralm, wenn man eine kleine Rundtour machen möchte.

Parkplatz an der Heimgartenstraße in 82441 Ohlstadt. Mit dem Auto ca. 1 Stunde von München oder von München HBF in 1 Stunde mit dem Zug bis Ohlstadt, Richtung Garmisch / technisch leicht, konditionell mittelschwer, 1.070 Höhenmeter,  ca. 4:30 Stunden / Einkehrmöglichkeit in der Heimgartenhütte (Mitte Mai bis Mitte Oktober)

Kofel: Rassige Spritztour auf das Matterhorn von Oberammergau

Oberammergau, bekannt für seine Holzschnitzer und die alle 10 Jahre statt findende Passion, wird von dem markanten, 1.342 Meter hohen Kofel überragt, der von den Einheimischen auch als das Oberammergauer Matterhorn bezeichnet wird. Die Wanderung hinauf auf den fast vollständig bewaldeten Felszacken ist kurz aber rassig. Start ist am Wanderparkplatz beim Friedhof. Über einen schmalen Weg, der sich steil durch den Wald bergauf schlängelt, erreicht man den Kofelsattel. Hier beginnt der spannende Teil der Tour. Auf einem teilweise Drahtseil versicherten Steig, der Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erfordert, steigt man in ca. 20 Minuten durch alpines Gelände hinauf zum Gipfel. Dort erwartet einen nicht nur das imposante Gipfelkreuz, sondern auch eine großartige Aussicht auf Oberammergau und die umliegenden Gipfel. Für die rund 500 Höhenmeter benötigt man ca. 2,5 Stunden im Auf- und Abstieg. Wer Lust hat, kann auf dem Rückweg am Kofelsattel rechts abbiegen und hinüber zur ganzjährig bewirtschafteten Kolbensattelhütte wandern. Zurück ins Tal geht es dann über die Forststraße. 

Parkplatz am Friedhof in 82487 Oberammergau. Mit dem Auto ca. 1:15 Stunden von München oder von München HBF in knapp 2 Stunden mit dem Zug nach Oberammergau / technisch mittelschwer, konditionell leicht, 500 Höhenmeter,  ca. 2:30 Stunden.

Unterwegs auf dem Prinzenweg – vom Schliersee zum Tegernsee

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Herbstliches Lichtschauspiel
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Indian Summer zwischen Schlier- und Tegernsee
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Alpenpanorama

Die hier beschriebene Tour verbindet die beiden Münchner Ausflugsdestinationen Tegernsee und Schliersee. Los geht’s am Bahnhof in Schliersee. Nach einem kurzen Stück am See entlang, vorbei am Eisplatz und Freudenberg marschiert ihr auf der Breitenbachstraße taleinwärts zum Wanderparkplatz Henner. Von hier aus erreicht ihr auf dem Prinzenweg in rund einer Stunde die Kreuzbergalm. Nach kurzer Rast und einem schönen Ausblick auf den eben zurückgelassenen Schliersee führt euch die Wanderung über die Gindelalm und Gindelalmschneid weiter zur Neureuth und damit zur Tegernseer Seite der Tour. Wer Lust hat kann hier auf der großen Sonnenterrasse den Elektrolythaushalt ausgleichen. Von hier oben führen schließlich verschiedene Weg wie der alte Sommerweg oder Bayernweg hinunter nach Tegernsee, wo nicht nur der Bahnhof zur Rückreise nach München auf euch wartet, sondern auch das Bräustüberl.

Schliersee / BOB München  Schliersee / 52 Minuten, Tegernsee – München / 1:01 Stunde / leichte Wanderung, 660 Höhenmeter, ca. 15 Kilometer, 3,5 Stunden / Einkehrmöglichkeit in der Gindelam (bis 17.10 geöffnet), dem Berggasthof Neureuth und dem Bräustüberl in Tegernsee

Perlacher Mugl: Ein unscheinbarer Hügel mit überraschendem Weitblick

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Blick vom Perlacher Mugl über den herbstlichen Perlacher Forst bis zur Zugspitze
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Im Perlacher Forst
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Auf dem Weg zum Perlacher Mugl
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Waldbewohner
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Im Aufstieg zum Perlacher Mugl
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Herbstliches Spotlight
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In the woods

Das schlechte Gewissen sitzt dir im Ohr: Eigentlich müsstest du bei dem Wetter raus, an die frische Luft, in die Berge, dich bewegen. Aber deine Lust dich überhaupt erst auf den Weg Richtung Berg zu machen, hält sich in Grenzen. Genau für solche Tage ist der Perlacher Mugl genau das Richtige. Der 587 Meter hohe Hügel ist gerade mal läppische 26 Meter höher als der restliche Perlacher Forst und überrascht dennoch den Hügelstürmer bei klarer Sicht mit einem atemberaubenden Alpenpanorama, das vom Wendelstein bis zur Zugspitze reicht und noch weiter gehen würde, wäre da nicht die üppige Vegetation aus Feldahorn, Buchen, Kirschbäumen sowie Brombeer- und Holundersträuchern. Praktisch: Alle Wege führen zum Mugl. Man kann je nach Zeit und Lust entscheiden, von wo man startet und ob es nur ein kurzer Spaziergang werden soll oder eher eine kleine Waldwanderung.

Perlacher Forst, 81545 München / Anreise mit der U2 zum Mangfallplatz oder der Tram Linie 15 zum Theodolindenplatz / leicht, schmale und breite Waldwege, 1 bis 3 Stunden / Einkehrmöglichkeit bei Amandines et Cholocate (Emilo Kaffee und Croissants) oder Limani (Griechisches Essen)

Noch mehr Inspiration für Herbstwanderungen findet ihr bei Mit Vergnügen München.

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