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Outville Herbstwandern Breitenstein 29

Vier Wanderungen gegen die Herbstdepression

Der Herbst ist die beste Jahreszeit zum Wandern: Es ist nicht zu heiß, die Luft ist klar, Fernsicht ist garantiert und als Kirsche obendrauf packt die Vegetation ihr schönstes Farbspiel aus. Die Erinnerung an solche Bergausflüge rettet durch die grausten Herbstwochen. Outville stellt vier Wanderungen vor – für jedes Zeitbudget und Fitnesslevel.

Breitenstein: Grandiose Aussicht für wenig Anstrengung

Der Breitenstein (1622 m) im Mangfallgebirge steht seinem großen, berühmten Nachbarn Wendelstein (1838 m) höchstens in ein paar Höhenmeter nach. Zwar ist der leicht zu erreichende Gipfel gut besucht, dennoch treten sich dort nicht so viele Leute auf die Füße, wie auf dem mit einer Seilbahn erschlossenen Wendelstein. Die Aussicht auf den berühmten Nachbarn, ins Oberland, auf die Rotwandgruppe und bei klaren Verhältnissen sogar bis zu den schneebedeckten Gipfeln des Großvenedigers, ist auch vom Breitenstein aus mehr als beeindruckend. Vom Startpunkt Birkenstein gelangt der geübte Wanderer in etwa zwei Stunden am Gipfel, weswegen sich die Tour vor allem für kurze Herbsttage besonders eignet. Ihr geht vom Parkplatz in Birkenstein auf der Teerstraße zurück leicht ansteigend nach rechts. Von dort folgt ihr immer den Schildern Richtung Breitenstein oder Bucheralm. Diese erreicht ihr nach ungefähr einer Stunde. Der Anstieg wird ab der Bucheralm deutlich steiler bis ihr den Sattel erreicht. Am Sattel geht’s geradeaus über eine flache Wiese und bald links Richtung Breitenstein an der Hubertushütte vorbei, die sich beim Abstieg für eine Einkehr anbietet. Auf dem Rückweg steigt ihr ab der Hubertushütte Richtung Kesselalm erst durch einen lichten Wald über einen schmalen Pfad und später über einen Forstweg ab.

Parkplatz an der Wallfahrtskirche,  Birkensteinstraße 96, 83730 Fischbachau,  ca. 1 Stunde mit dem Auto ab München / oder von München HBF mit der BOB Richtung Bayerischzell bis Miesbach, ca. 40 Minuten, von dort mit dem Bus 9552 zur Haltestelle Birkenstein /  leicht, 800 Höhenmeter, ca. 9 Kilometer, ca. 4:30 Stunden / Einkehrmöglichkeiten in der Kesselalm (Mai bis Ende Oktober geöffnet, Dezember bis April bei schönem Wetter) und der Hubertushütte (ganzjährig geöffnet, von November bis April nur an schönen Wochenenden)  


Naturdenkmal Großer Ahornboden: Der Herbstklassiker

Der große Ahornboden im Karwendel ist DER Place to be im Herbst. Dementsprechend touristisch geht es dort leider an schönen Tagen zu. Die rund 2000 goldgelb bis rot gefärbten, zum Teil 600 Jahre alten Ahornbäume vor beeindruckender Karwendelkulisse sollte man sich dennoch auf keinen Fall entgehen lassen. Nicht umsonst steht der Große Ahornboden seit 1972 als Naturdenkmal unter besonderem Schutz und wurde von den Tirolern sogar zum schönsten Platz in ganz Tirol gewählt. Die volle Dröhnung Herbstkitsch verspricht die kurze Wanderung zur Binsalm über den Panoramaweg, von dem man auf den Ahornboden hinab blicken kann. Am Ende des Almdorfes Eng starten die Wanderwege zu den Hütten oberhalb des Ahornbodens. Links beginnt der Wanderweg in Richtung Binsalm und Lamsenjochhütte. Auf ihm verlasst ihr die Engalm. Zuerst wandert ihr in der Ebene, dann zweigt rechts der  Panoramaweg ab, der euch in einer kleinen Runde in rund 40 Minuten zur Binsalm (1500 m) bringt. Wer noch weitere zwei Stunden Zeit mitbringt, kann hinauf wandern auf den 2080 Meter hohen Hahnkampl oder gar die Überschreitung über das Lamsenjoch zur Lamsenjochhütte und über einen leichten Klettersteig auf die Lamsenspitze (2508 m) wagen. Dann solltet ihr allerdings gute sechs Stunden kalkulieren, bis ihr zurück am Parkplatz seid.

Großer Ahornboden, Risstal Landesstraße, 6215 Eng, Österreich / DB München HBF – Lenggries ca. 1 Stunde / weiter mit dem Bergsteigerbus (Linie 9569 – fährt bis 29. Oktober 2017) ca. 1 Stunde / Eng – Binsalm / sehr leicht, 250 Höhenmeter, ca. 3 Kilometer, ca. 40 Minuten, Einkehrmöglichkeit in der Binsalm (bis Ende Oktober geöffnet)  und der Eng Alm


Unterwegs auf dem Prinzenweg – vom Schliersee zum Tegernsee

Die hier beschriebene Tour verbindet die beiden Münchner Ausflugsdestinationen Tegernsee und Schliersee. Los geht’s am Bahnhof in Schliersee. Nach einem kurzen Stück am See entlang, vorbei am Eisplatz und Freudenberg marschiert ihr auf der Breitenbachstraße taleinwärts zum Wanderparkplatz Henner. Von hier aus erreicht ihr auf dem Prinzenweg in rund einer Stunde die Kreuzbergalm. Nach kurzer Rast und einem schönen Ausblick auf den eben zurückgelassenen Schliersee führt euch die Wanderung über die Gindelalm und Gindelalmschneid weiter zur Neureuth und damit zur Tegernseer Seite der Tour. Wer Lust hat kann hier auf der großen Sonnenterrasse den Elektrolythaushalt ausgleichen. Von hier oben führen schließlich verschiedene Weg wie der alte Sommerweg oder Bayernweg hinunter nach Tegernsee, wo nicht nur der Bahnhof zur Rückreise nach München auf euch wartet, sondern auch das Bräustüberl.

Schliersee / BOB München  Schliersee / 52 Minuten, Tegernsee – München / 1:01 Stunde / leichte Wanderung, 660 Höhenmeter, ca. 15 Kilometer, 3,5 Stunden / Einkehrmöglichkeit in der Gindelam (bis 17.10 geöffnet), dem Berggasthof Neureuth und dem Bräustüberl in Tegernsee


Perlacher Mugl: Ein unscheinbarer Hügel mit überraschendem Weitblick

Das schlechte Gewissen sitzt dir im Ohr: Eigentlich müsstest du bei dem Wetter raus, an die frische Luft, in die Berge, dich bewegen. Aber deine Lust dich überhaupt erst auf den Weg Richtung Berg zu machen, hält sich in Grenzen. Genau für solche Tage ist der Perlacher Mugl genau das Richtige. Der 587 Meter hohe Hügel ist gerade mal läppische 26 Meter höher als der restliche Perlacher Forst und überrascht dennoch den Hügelstürmer bei klarer Sicht mit einem atemberaubenden Alpenpanorama, das vom Wendelstein bis zur Zugspitze reicht und noch weiter gehen würde, wäre da nicht die üppige Vegetation aus Feldahorn, Buchen, Kirschbäumen sowie Brombeer- und Holundersträuchern. Praktisch: Alle Wege führen zum Mugl. Man kann je nach Zeit und Lust entscheiden, von wo man startet und ob es nur ein kurzer Spaziergang werden soll oder eher eine kleine Waldwanderung.

Perlacher Forst, 81545 München / Anreise mit der U2 zum Mangfallplatz oder der Tram Linie 15 zum Theodolindenplatz / leicht, schmale und breite Waldwege, 1 bis 3 Stunden / Einkehrmöglichkeit bei Amandines et Cholocate (Emilo Kaffee und Croissants) oder Limani (Griechisches Essen)

Noch mehr Inspiration für Herbstwanderungen findet ihr bei Mit Vergnügen München.

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