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Pop Down Hotel im Zillertal

Gelangweilt von Hotels und Pensionen in Skigebieten, die doch alle irgendwie gleich sind? Dann bucht euch im Pop Down Hotel ein! Das temporäre Hotelprojekt feiert Tradition und Nostalgie und verbindet sie mit urbanen Ideen und modernen Konzepten. So habt ihr noch nicht Urlaub gemacht – erst recht nicht im Zillertal!

Wenn in österreichischen Urlaubsregionen Höfe, Hotels und Pensionen in die Jahre kommen oder ein Generationswechsel ansteht, dann passiert in der Zwischensaison in Windeseile und unter Ausschluss der Touristen meistens Folgendes: Das alte, dunkle Holz wird herausgerissen oder abgeschliffen, auf jedem verfügbaren Quadratzentimeter wird angebaut, ein Wellnessbereich muss her und neue Möbel, die eher an Ikea oder Kare und weniger an Landhaus erinnern, werden angeschafft. Am Ende sind die Häuser häufig zusammengestückelte, wenig stimmige, im besten Fall funktionale Mischungen aus verschiedenen Stilen, die mit Sicherheit keinen Architekturpreis gewinnen.

Pop up + Count down =  Hotelprojekt auf Zeit

Im Pop Down Hotel in Ried im Zillertal haben es die Hoteliers Silvia Gschösser und Markus Rist gerade völlig anders gemacht: Ganz nach dem Motto – weißes Papier, alles auf Anfang – haben sie den 1971 von Markus Rists Eltern als Gasthof gegründeten Zillertaler Grillhof außen weiß angestrichen und im Inneren Wände eingerissen, den Keller geflutet, eine lange Tafel gebaut, moderne Lampen aufgehängt – aber auch vieles genau so gelassen, wie es schon seit Jahrzehnten war: Teppichböden, Holzvertäfelungen, Vorhänge.

Entstanden ist eine Mischung, die dem sonst nur an glatt gebügelten Alpenschick gewohnten Touri-Auge vielleicht erst etwas aufstößt, dann aber herrlich erfrischend wirkt bis ins kleinste, scheinbar beiläufig und doch mit Bedacht platzierte Detail.

Traditionelle Küche modern interpretiert

Pop Down setzt sich aus Pop up und Count Down zusammen – denn der Zauber währt nur bis April 2018, danach wird der Zillertaler Grillhof generalsaniert. Bis dahin laden Hotel und Gastgeber ein, Platz zu nehmen an dem sich vom gefluteten Keller bis in den ersten Stock ziehenden Tisch und zum Beispiel mit Blick auf die alten Bäder eine Küche zu genießen, in der sich ebenfalls die Verbindung aus Tradition und Moderne spiegelt: saisonale und regionale Gerichte wie „Schmorbratl vom Ochsen mit Minikartoffeln, gegart in Salz und Heu“ oder „Vegane Schupfnudeln mit Steinpilzen“.

Mit der langen Tafel wollen Silvia Gschösser und Markus Rist anknüpfen an Zillertaler Traditionen: Der Tisch spielt dort seit jeher eine große Rolle im Familienalltag, nicht nur zum Essen und Arbeiten, sondern auch zum Treffen und Austauschen.  Es gibt kein A-La-Carte-Restaurant mehr, die Gerichte werden in die Mitte des Tisches gestellt, jeder bedient sich. Das Pop Down Hotel will das sein, was früher die Stube war: der Ort, an dem man sich trifft. Egal ob Tourist oder Einheimischer, Gast oder Mitarbeiter.

Über ein Jahr planen die Eigentümer das Projekt bereits mit einem Expertenteam aus Architektur, Bar und Gastronomie, Kunst und Kultur, Grafik und Kommunikation. Für die Umbauten wurde das schweizerische Architekturbüro BUILD_Inc. an Bord geholt, die Drinks – jeder einzelne mit mindestens einer einheimischen Zutat aus dem Tal – mixt Lukas Motejzik, Mixologe des Jahres 2017, der in München das Zephyr und die Herzog Bar leitet.

Alpinen Tourismus überdenken

Die Idee hinter dem Pop Down Hotel ist größer und mehr, als sich nur der hippen Begrifflichkeit „Pop up“ oder dem modernen Konzept der Zwischennutzung zu bedienen, wie Markus Rist sagt: „Wir wollen den alpinen Tourismus nicht neu erfinden, aber neu durchdenken – dabei Abläufe hinterfragen, fair, nachhaltig und wirtschaftlich handeln, unnötigen Ballast abwerfen und eine Gleichwertigkeit für Gast, Einheimische, Mitarbeiter, regionale Lieferanten und die Gastgeberfamilie schaffen.”   

Bis zu drei auch für Nicht-Hotelgäste kostenlose Veranstaltungen aus Kunst, Kultur oder Musik finden pro Woche im Pop Down Hotel statt – von der traditionellen Festtagsmusik bis zum DJ Event. Das Hotel hat im Dezember eröffnet und schließt im April 2018 wieder. Die Preise variieren beginnend bei 86 Euro pro Nacht für ein Einzelzimmer und 148 Euro für ein Doppelzimmer.

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