Outville Videos

So viel besser als Bananenbrot und Indoor-Workouts! 

Ausgangsbeschränkung und Kontaktsperre. Wie kommen Draußen-Fans – salopp ausgedrückt – ohne Dachschaden durch die Pandemie? Wir haben Videos zusammengestellt, die uns viel mehr inspiriren als die üblichen Bananenbrot-Rezepte und Indoor-Workouts auf Instagram.   

Selten habe ich so oft darüber nachgedacht, Instagram zeitweise von meinem Handy zu verbannen wie in den letzten Wochen. Bananenbrot-Back-Arien, Home-Workouts, Die-Berge-laufen-nicht-weg-Posts und aggressive Diskussionen darüber, was nun noch erlaubt ist und was nicht, haben mich nicht entspannt, abgelenkt oder meine Draußen-Sehnsucht gestillt, sondern meinen Unmut über die aktuelle Covid-19 Situation nur noch größer gemacht. Also habe ich die Plattform gewechselt und mich bei Vimeo und YouTube durch die Outdoorfilme gegraben, ein paar Tipps von Christian Wander inklusive. Damit ihr nicht so viel Zeit im Netz verdaddelt, voilà, unsere besten Fundstücke: 

Bikepacking im winterlichen Schottland in „Rainspotting“ 

Warum im November (!!!) zu einem Bikepacking Trip in den hinterletzten aka nördlichsten Zipfel Schottlands (!!!) aufbrechen? Ja, warum?! Es gibt einfach keinen nachvollziehbaren Grund. Außer man ist natürlich ein bärtiger Bikepacking-Hipster und will moody Bilder für Instagram und Vimeo shooten. Das hat definitiv geklappt in Rainspotting von Brother Cycles und dem Bikepacking Magazin, Shop und Reiseveranstalter Pannier. Das Filmchen über den kalten Schottlandtrip ist extrem hübsch anzuschauen auf der gemütlichen Corona-Couch. Nachmachen? Puh, also ich jetzt eher nicht... Freiwillige vor! Ich schau mir eure Videos dann auch an, versprochen! Aber nur, wenn ihr euch selbst so herrlich wenig ernstnehmt, wie die Jungs und das EINE Mädel in Rainspotting. 

Im Gegenwind die Langsamkeit entdecken in „The Headwind Haters“

Und wieder fahren bärtige Männer und diese eine Frau, die immer dabei sein muss, mit Bike-Backing-Rädern in den schottischen Norden. Diesmal haben sie aber auch ihre Surfbretter im Gepäck und wie der Titel Headwind Haters vermuten lässt, ist Surfen die eigentliche Passion der Reisenden. Headwind Haters erzählt zum 30.489.759.845 Mal die dennoch niemals langweilige Geschichte über die Entdeckung der Langsamkeit und die Besinnung auf die einfachen Dinge, in einer Natur, der Covid-19 mal sowas von dermaßen am Allerwertesten vorbei geht. Gott, wie gerne ich einfach nur raus würde… 

Bike-Hipster auf Titeljagd in „Dirty Kanza 2019“

Schnurrbärte, the latest eyewear shit und neonpinke Lycra-Klamotten ... was das bedeutet? Hurrah, noch ein Bike-Hipster-Film! Diesmal geht’s aber nicht darum, vollgepackte Räder durch Schottlands kalte Bäche zu zerren, sondern: EWIGE LANG KERZENGERADE SCHOTTERWEGE LANGZUEIERN. AUF GESCHWINDIGKEIT. Beim Gravel Grinder Race in Kansas. EIN TRAUM. Sicherlich von irgendwem, von mir jedenfalls nicht. Aber ja, es ist jetzt der heißestete Scheiß, dieses Gravel Biken. Ich bleib beim MTB und gravel nur passiv beim YouTube glotzen. Allen Rennfans unter euch empfehle ich die komplette #GoneRacing Reihe von Rapha Films: ein Drei-Mann-Team, das sich mit Gravel Bike, Rennrad oder Mountainbike von Cape Epic über Vlanders bis Leadville 100 verschiedenen Rennen rund um den Globus stellt. 

Dem Winter nachweinen mit „A Fairy Tale: John Shocklee“

Der Winter und die Skisaison 19/20 waren nicht nur zu kurz, sondern auch viel zu plötzlich vorbei. Deswegen tut es der Corona geplagten Seele gut, jetzt in Powderträumen zu schwelgen. Als Projektionsfigur für diese Träume eignet sich John Shocklee ganz hervorragend, denn er ist ein Klischee-Skibum par exellence: 51 Jahre alt, Telemarker, sehr bärtig, wohnt in einer winzigen, selbst zusammen gezimmerten Hütte, sein Vorbild ist Peter Pan, er hört Wu Tang und anderen 90ies Hip Hop, macht sich nichts aus Geld, hat kein Telefon, keine Kreditkarte, aber ein paar Outdoor-Sandalen, die er anzieht, um nach Alaska zu fliegen und sich dort mit Rachael Burks zum Skifahren zu treffen. Wie gern wäre ich gerade an der Stelle der Beiden… Mehr Skimovies findet ihr übrigens in diesem Outville-Artikel.

Camping-Küche für Profis in „Hungry Life“

Wer mag schon Kochshows? Niemand, aber DIESE „Kochshow“ werdet ihr lieben! Wer kann Bananenbrot noch sehen? Beim amerikanischen Koch Eduardo Garcia gibt es kein Bananenbrot, sondern – Triggerwarnung für alle Veganer – selbstgeangelten Fisch und eigenerlegtes Fleisch, garniert mit persönlich gesammelten Kräutern. Wenn für euch Kochen daheim total pillepalle ist und ihr zu Michelin-Größe erst auffahrt, wenn ihr auf dem offenen Feuer einen eben gefangenen Lachs zubereiten müsst, dann ist Hungry Life von Yeti genau die richtige Videoreihe für euch. Inspiration für alle #vanlife-Abenteuer, deren Zeit hoffentlich ganz bald wieder kommt. Mehr Inspiration für die Outdoorküche findet ihr hier und in „The Great Outdoors“ von Markus Sämmer. 

Der EINE Frauenfilm in dieser Aufzählung: „Within Reach“ 

Dieser Film unterscheidet sich in einem entscheidenden Punkt von den zuvor vorstellten: Die Hauptperson in „Within Reach“ ist eine Frau und sie setzt sich unter anderem dafür ein, dass Filme mit Frauen häufiger in Listen wie dieser vertreten sind als bisher. Shelma Jun hat das Women's Climbing Festival in Bishop in Kalifornien ins Leben gerufen und die Multi-Media Plattform Flash Foxy gegründet, um Frauen im Klettersport zu inspirieren und verbinden. Warum das alles? Weil 63 Prozent der Frauen sagen, sie kennen und haben kein weibliches Vorbild im Outdoor-Sport. Weil sechs von zehn Frauen sagen, dass die Interessen von Männern im Outdoorsport ernster genommen werden als die von Frauen. Und weil das, was in der kleinen, kalifornischen Klettercommunity passiert, nur ein Spiegel der großen, gesellschaftlichen Probleme ist. Die Stärke von „Within Reach“:  Er schafft es wichtige feministische Themen unterhaltsam und inspirierend zu vermitteln. Mehr Filme von und mit starken Frauen empfehlen die Munich Mountain Girls. 

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