Anton Palzer © Foto: ISMF

„Der Berg steht noch in 1.000 Jahren“

Wozu in einem ziemlich uncoolen Presswurstanzug wie bekloppt den Berg raufrennen, um dann auf viel zu dünnen, viel zu leichten Ski, viel zu unelegant, mit offensichtlich viel zu wenig Spaß ins Tal zu stöpseln?!? Das war meine Meinung über Skibergsteigen – bis ich Deutschlands besten Skibergsteiger Toni Palzer kennenlernen durfte.

Ich bin ein Winterfan. Ein Powderfan. Ein Skifan. Und auch ein Skitourenfan. Aber die Sportart Skibergsteigen hatte ich bis vor kurzen nicht so recht verstanden. Wozu in einem ziemlich uncoolen Presswurstanzug wie bekloppt den Berg raufrennen, um dann auf viel zu dünnen, viel zu leichten Ski, viel zu unelegant, mit offensichtlich viel zu wenig Spaß ins Tal zu stöpseln?!? Mein Unverständnis und meine Vorurteile pflegte ich bis zu dem Zeitpunkt, als ich Anton aka Toni Palzer kennenlernen durfe.  Der 26-Jährige aus der Ramsau startet als Favorit beim traditionellen Skitourenrennen „Jennerstier“, das von 7. bis 9. Februar  am Jenner in Berchtesgaden erstmals als Weltcup ausgetragen wird. Im Bergpodcast des Deutschen Alpenvereins erzählt mir Toni, dass für ihn das Highlight jeder Skitour auch die Abfahrt ist und warum er dennoch auch bei frischem, tiefen Powder zum Renn-Equipment greift –  reinhören lohnt sich also. Die besten Interviewteile allerdings, habe ich für diesen Outville-Artikel aufgehoben. ;) 

Kaddi Kestler: Wie wichtig ist Social Media und Selbstvermarktung als Profi Athlet?

Toni Palzer: Ich glaube, eine gesunde Mischung ist wichtig. Gerade in der heutigen Welt kann man über Social Media ziemlich viel erreichen. Aber ich finde, gerade wenn man Sportler ist muss der Sport und die sportliche Leistung im Vordergrund stehen. Das ist für einen selbst extrem wichtig: Man investiert viel, also mag man auch belohnt werden. Die ganzen Trainingsstunden kann man als Hausaufgabe sehen und der Wettkampf ist die Prüfung. Wenn man viel gelernt hat, dann mag man eine gute Prüfung schreiben, und so ist es im Sport auch. Man investiert viel Zeit, man verzichtet auf viel und dafür mag man dann aber auch belohnt werden, indem man beim Wettkampf gut abschneidet. Aber wenn man vom Sport leben mag, sind natürlich auch andere Sachen wichtig – das gehört zu meinem Beruf als Sportler einfach dazu und das mach ich auch gern.

Ich mag es, mein Leben mit anderen Menschen zu teilen. Mich freut es, wenn mir Menschen schreiben oder mich anreden und sagen: Du, Toni, was du machst, ist total cool. Es freut mich, wenn ich andere Leute inspiriere. Wenn sie sehen, das Leben besteht nicht nur aus Arbeiten, Feiern und Schlafen. Die Welt hat so viele tolle Sachen zu bieten. Man braucht gar nicht weit wegfahren, um einen schönen Tag zu haben. 

Kaddi Kestler: Was wollen Leute, die dich anschreiben, von dir wissen? 

Toni Palzer: Ganz gemischt, die meisten Fragen nach dem Training. Da muss ich aber ganz ehrlich sagen, dass ich mich recht bedeckt halte. Trainingsgeheimnisse gebe ich nicht so gern Preis. Ich bin auch auf Strava und veröffentliche es, wenn ich was Besonderes gemacht habe, damit es mir die Leute glauben. Ein gutes Beispiel ist meine erste Watzmannüberschreitung in einer Rekordzeit von drei Stunden und zehn Minuten. Ich war damals nicht auf Strava, die Leute haben mir geschrieben: Alles was nicht auf Strava ist, zählt nicht! Den Fehler habe ich dann beim zweiten Mal nicht mehr gemacht. Ich habe mich bei Strava angemeldet und die Tour hochgeladen, damit die Leute sehen, dass ich das wirklich gelaufen bin. 

Aber eigentlich sind das Aktionen, die ich für mich selber mache. Eine Bestätigung meines Trainings, damit ich besser werde. Um zu sehen, was ich schaffen kann. Ich bin definitiv nicht das Maß der Dinge, es gibt Leute, die sind noch viel besser als ich. Aber für mich sind das Ziele und Herausforderungen. Es ist schön, wenn ich sie mit anderen Menschen teilen kann und mich freut das auch, wenn sie mich fragen: Wie ging es dir, wie viel hattest du zu Trinken dabei, was für ein Material nimmst du mit?

Aber man muss auch ganz ehrlich sagen: Es gibt viele Hater da draußen, die dann sagen: Was hast du denn für ein kleines Ego, was musst du denn beweisen? Ich schreib ihnen dann zurück: Du musst mir nicht folgen, du musst meinen Weg nicht begleiten. Ich mach das trotzdem, auch wenn du es nicht cool findest. Ich hatte mal einen anonymen Brief im Briefkasten, in dem stand, dass ich die Berge vergewaltigen würde. Das sind Meinungen von Leuten, die sollen die Meinung vertreten, das ist auch ok für mich, das wird aber nichts an meiner Einstellung zum Bergsport ändern. 

Kaddi Kestler: Macht das was mit dir? Oder kannst du da drüber stehen?

Toni Palzer: Als der anonymen Brief im Briefkasten war , so ganz ohne Absender, da muss ich sagen, hatte ich schon ein bisschen Angst. Ich habe mir gedacht: Das bin doch bloß ich, der kleine Toni aus der kleinen Ramsau. Ich mache gern Bergsport und ich laufe gern schnell und ich habe keinem Menschen weh getan. Ich hatte mir damals bewusst einen schlechten Tag ausgesucht, an dem keine Leute unterwegs waren, die ich irgendwie beeinflussen konnte, die dann Angst bekommen könnten am Grat oder so. Aber jeder soll seine eigene Meinung vertreten. Ich wäre jetzt keiner, der, wenn er eine Aktion von jemand anderem sieht, die er nicht gut findet, sofort seine Meinung rausposaunt. Der hat sich schon was dabei gedacht, und dann soll er das auch machen, wenn er es gut findet. Aber ich glaube es ist ganz normal und in der Natur der Menschen, dass jeder seinen Senf dazu trägt. Ich glaube, man muss es akzeptieren. 

Kaddi Kestler: Ist also ist der Winter deine Lieblingsjahreszeit?

Toni Palzer: Teils teils. Ich bin froh, dass ich Wintersportler bin, aber ich bin auch froh, wenn die Wettkampfsaison vorbei ist und es wieder warm wird. Ich möchte nicht das ganze Jahr auf Ski stehen, das macht mir auch keinen Spaß. Ich mag wirklich einen Cut haben: Ich laufe mein letztes Rennen, dann mach ich drei Wochen Pause und dann fange ich mit dem Sommer an, da geh ich Laufen, Radfahren, Skirollern. Das ist ganz ganz wichtig für die  Motivation. Ich habe auch noch nie einen Gedanken daran verschwendet, im August oder September, wenn es auf den Gletschern schneit, mit dem Skitraining anzufangen. Der Winter ist einfach lang. Im Oktober fängt er an und geht bis Mai. Ich stehe über ein halbes Jahr auf Ski. Der Kontrast von Winter zu Sommer ist mir  deswegen extrem wichtig und den genieße ich auch.  

Kaddi Kestler: Skitourengehen ist ja quasi Trendsportart. Kommt der Hype bei dir an? Merkst du, dass es leichter wird als Profi von dem Sport zu leben? 

Ganz klar. Viele Leute sagen, dass Skibergsteigen eine Randsportart ist. Die Zeiten sind lange vorbei, weil der Breitenbergsport extrem boomt. Extrem viele Leute gehen in die Berge, dadurch hat sich das komplette Marketing verschoben in Richtung Bergsport. Firmen suchen  Gesichter für das Material, das sie verkaufen wollen. Davon profitieren wir als Sportler. Es ist schön zu sehen, wie sich der Bergsport entwickelt hat in den letzten Jahren.   

Kaddi Kestler: Hattest du schon mal Situationen, in denen es gefährlich war oder brenzlich? 

Toni Palzer: Ich bin wahnsinnig froh, dass mein Papa Bergführer ist und mich so gut und so früh gebrieft hat für die Bergwelt. Ich trau mich behaupten, dass ich gefährliche Situationen früh erkennen kann. Mein Papa hat mir wahnsinnig viel mitgegeben, er ist extrem erfahren und  verbringt wahnsinnig viel Zeit in den Bergen. Aber klar, es waren schon oft Situationen dabei, in denen ich viel Glück hatte. Glück gehört immer dazu, aber man darf es nicht herausfordern, grad in den Bergen nicht, denn die verzeihen nix. Bei uns in Berchtesgaden passiert extrem viel, weil sich Leute auch gern mal überschätzen.  

Es ist aber auch extrem schwierig geworden in der heutigen Zeit. Durch Social Media sieht man ein schönes Foto nach dem anderen. Man mag das alles selbst machen. Was dahinter steckt und wer es gemacht hat – oft erfahrene Bergsteiger oder Alpinisten – wissen die Leute nicht.

Ich bin dafür, lieber ein bisschen vorsichtiger zu sein, gerade im Winter mit der Lawinensituation. Ich sage immer: Der Berg steht da noch 1.000 Jahre. Wenn es heute nicht geht, habe ich auch kein Problem umzudrehen. 

Kaddi Kestler: Hast du Vorbilder, Sportler, die dich geprägt haben? 

Toni Palzer: Über die Jahre hatte ich viele Vorbilder, mittlerweile nicht mehr. Früher dachte ich, das sind die Könige der Welt, aber meine Einstellung zum Sport hat sich geändert. Kein Mensch hat etwas davon, wenn ich Weltmeister werde, davon wird die Welt keinen Deut besser. Der Sportler ist ein Egoist, das muss man ganz deutlich sagen. Aber klar, ich hatte  sportliche Vorbilder. Petter Northug zum Beispiel, der Langläufer aus Norwegen. Zum einen wegen seiner sportlichen Erfolge, zum anderen, weil er ein cooler Mensch war. In Falun ist er Doppelweltmeister geworden über 50 Kilometer und über den Sprint, das ist eigentlich total konträr. Was ihn so menschlich gemacht hat, waren seine Schnitzer im Leben. Man hat gesehen, das ist vielleicht der beste Langläufer, den wir gerade auf dem Planeten haben, aber er ist trotzdem bloß ein Mensch, er macht genauso Fehler wie ich, kein Mensch ist perfekt.

Sportliche Vorbilder habe ich nicht mittlerweile nicht mehr. Es gibt zwar wahnsinnig viele Sportler die total inspirierend sind, aber man muss sich immer denken: Was steckt da dahinter? Ich bin fest davon überzeugt, wenn man alles auf ein gleiches Level setzen würde, wenn jeder die gleichen finanziellen Mittel hätte, wenn jeder des gleiche Material hätte, sei es jetzt beim Alpinskifahren, beim Radfahren, egal in welcher Sportart, dann gäbe es ganz andere Weltmeister und Olympiasieger. Manche haben einfach Glück gehabt und hatten mehr Unterstützung, andere nicht. Deswegen ist es so, dass ich lieber meinen eigenen Weg gehe, mein eigenes Ding mache, statt jemanden nachzuahmen. 

Kaddi Kestler: Du sagst, wenn der Sportbetrieb komplett fair wäre, stünden andere auf dem Treppchen. Glaubst du es gibt eine Möglichkeit den Sportbetrieb gerechter zu gestalten?

Toni Palzer: Nein, das glaub ich nicht. Solange es im Sport um Geld geht, um Millionenbeträge, solange Funktionäre im Spiel sind, wird es immer ein schmutziges Geschäft bleiben. Ich habe das Glück, dass es im Skibergsteigen nicht um viel Geld geht. Aber ich finde es auch ziemlich gemein von der Menschheit, dass der Sport immer so ins schlechte Licht gerückt wird. Ich glaube, in der freien Wirtschaft geht es richtig ab, das kriegt man nur nicht so mit. Wenn ich dann höre, dass manche Fernsehsender die Tour de France nicht mehr übertragen, weil es so viele Dopingsünder gibt, muss ich nur lachen. Was glaubt ihr denn wie viele Dopingsünder es im Fußball gibt? Da geht es um richtig viel Kohle, warum sollen die dann nicht bescheißen? 

Der Sportbetrug ist schlimm. Aber es ist auch schade, dass man den Sport immer mit Betrug in eine Reihe setzt. Ich verachte Doping und bin dafür, dass Dopingsünder eine lebenslange Sperre bekommen. Man muss sich immer denken, wie viel Leute haben wegen Doping nicht ihren Traum leben dürfen?  Wenn vier Leute nominiert sind und die ersten zwei sind gedopt, dann schauen der Fünfte und Sechste ins Rohr, und haben nie ihren Traum leben dürfen, weil die anderen Betrüger waren. 

Die Strukturen sind generell falsch, weil Kinder nach der Schule sofort auf Leistungssport getrimmt werden, ohne jegliche Ausbildung. Sie kommen dann eine gewisse Weile weit, sind 30 Jahre alt, dann ist Familie da und ein kleines Kind, und es läuft nicht mehr so. Und sie wissen ganz genau, wenn sie jetzt nicht die Leistung bringen, fallen sie aus dem System. Ich verstehe, wenn sie dann sagen: Ich habe sowieso nichts zu verlieren. Ich habe nichts gelernt, kein zweites Standbein, ich probiere es mit Doping, vielleicht geht es ja gut. 

Was mag ich einen 14, 15-Jährigen so zum Sport treiben? Du weißt ja nicht, was ist, wenn der mal 20 Jahre alt ist, oder wenn er in der Pubertät ist und andere Interessen hat. Das beste Alter kommt erst ab 25. Da wird man dann gut. Sie sollten ganz normal auf die Schule gehen, nebenbei ihren Sport machen, ein Studium abschließen, eine Ausbildung machen. Dann haben sie ein Standbein. Und wenn sie Talent haben, dann kann man den Weg gehen. Weil dann kann ich immer zu dem zurück gehen, was ich gelernt habe. 

Kaddi Kestler: Du verstehst dich als Bergsteiger – hast du irgendwelche bergsteigerischen Projekte oder Ziele?

Toni Palzer: Es gibt viele Ziele. Ich möchte unbedingt mal die Eiger Nordwand gehen. Das würde mich freuen. Ich habe schon ganz schöne Sachen gemacht: Ich war beim Big Wall Klettern im Yosemite mit meinem Papa als ich 16 Jahre alt war. Denali haben wir auch mal probiert, also der Mount McKinley in Alaska. Da sind wir leider nicht hoch gekommen, weil ich höhenkrank wurde. Ich würde gerne mal einen Mont Blanc Rekord probieren: Chamonix Kirche – Mont Blanc und wieder Chamonix Kirche,  in unter fünf Stunden, das wäre so eine Richtzeit, wenn die Verhältnisse passen und man eine coole Geschichte draus machen kann. Das ist ein großer Wunsch von mir: Ein kleines Portrait über mich und eine coole Geschichte, die die Leute inspiriert. Ich sehe mich immer noch als den kleinen Toni aus der kleinen Ramsau und ich finde es total schön, wenn ich als kleiner Mensch andere Leute motivieren und inspirieren kann. Aber man muss auch gar nicht so weit schauen. Man kann sich bei uns in Berchtesgaden richtig harte Herausforderungen suchen, aber jetzt momentan und in den nächsten Jahren stehen die Wettkämpfe im Vordergrund. 

Ich bin wahnsinnig begeistert von Sportlern die herbe Rückschläge erfahren haben und wieder zurückkommen, weil wenn man einen Sport macht, dann weiß man wie viel Energie und Aufwand man in so ein Comeback stecken muss. Wenn dann ein Christopher Froome mit einem gebrochen Oberschenkelhals nächstes Jahr wieder die Tour de France fährt und wieder aufs Podest kommt, dann muss man sagen: Hut ab, da steckt viel Arbeit dahinter. Ich muss aber auch sagen, man darf den Sport nicht zu hoch einschätzen. Andere gehen 40 Stunden pro Woche in die Arbeit, müssen ihre Leistung im Beruf bringen, weil wenn sie es nicht tun, können sie ihre Miete nicht zahlen. Und im Sport ist es genauso. Wenn ich ehrlich bin, habe ich einen größeren Respekt vor Hobbyathleten, die ihren Sport auf einem hohen Niveau neben der Arbeit betreiben, als vor Spitzensportler, die 100 Prozent Sportler sind und dann keine Leistung bringen. Ich denk mir: „Junge, du hast so viel Zeit, reiß dich mal zam und mach was aus deinem Leben!“ 

Ich habe keine Angst, wenn das mit dem Spitzensport mal vorbei ist. Man kann sich im Hobbybereich extrem harte Herausforderungen suchen. Beim Ötztaler Radmarathon ist die Siegerzeit bei knapp sieben Stunden für die fünfeinhalbtausend Höhenmeter. Beim Pro Ötztaler, sind die World Tour Fahrer nur fünf Minuten schneller! Da muss ich sagen, brauche ich den Spitzensport wirklich nicht mehr, da kann ich es mir bei einem Hobbyrennen voll einschenken. Es ist schön zu sehen, welche tolle Leistungen Leute bringen, die den Sport nur nebenher machen. 

Kaddi Kestler: Die Ramsau ist deine Heimat. Kannst du dir vorstellen mal woanders hinzuziehen? 

Toni Palzer: Ja, das könnte ich mir schon vorstellen. Ich wollte auch im Sommer schon mal nach Livigno gehen. Ich bin ein großer Freund vom Höhentraining, weil ich glaube, dass es extrem viel bringt. Ich trainiere hoch, ich schlafe hoch, ich könnte mir vorstellen da zu leben, ein paar Monate, zum Ausprobieren. Aber nicht für immer.

Das Schöne am Wegfahren ist, dass man wieder heimkommt. Mir ist das extrem wichtig. Ich habe kein Problem, wenn ich mal vier Woche nicht zuhause bin, aber wenn ich da bin, genieße ich das um so mehr. Und ich mag es heimzukommen. Wenn wir zwei oder drei Weltcupstationen hintereinander haben und es dann heißt, dann fahren wir gleich weiter, bin ich der Erste der sagt, wir fahren zwischendrin heim. Lieber bleiben wir eine oder zwei Nächte daheim und fahren dann weiter, das ist mir extrem wichtig. 

Aber ich bin offen, mal etwas anderes zu sehen. Weil die Ramsau ist meine Heimat. Dort lebt meine Familie. Aber die Welt besteht nicht nur aus der Ramsau. Es gibt so viele schöne Orte und man sollte sich die Zeit nehmen, so viel wie möglich zu sehen. 

Kaddi Kestler: Wäre in der Stadt zu leben für dich einen Option? 

Toni Palzer: Nein, das geht gar nicht. Damit kann ich gar nichts anfangen. Durch meine Sponsoren bin ich oft mal in der Stadt. Wir haben dann ein Athletentreffen in Berlin oder sonst wo. Das ist schön und das mache ich auch voll gern, aber wenn Leute sagen, das ist so eine schöne Stadt, das kann ich nicht verstehen. Für mich ist es nur eine Stadt, alles schaut gleich aus und ich tue mir dort richtig schwer. Ein Wochenende ist dann das maximale der Gefühle, aber dann freue ich mich, wenn ich wieder in die Berge komme. 

Die Lehrgänge der Sportfördergruppe sind immer in Hannover und dauern zwischen fünf und acht Wochen. Am Anfang ist das für mich eine richtig harte Zeit, weil ich dann vergeblich suche, wo kann ich laufen gehen, wo kein Auto kommt, keine Straße ist oder kein riesiger Gebäudekomplex. Ich denke mir dann immer: Wie kann man da wohnen, das ist ja furchtbar. Am liebsten würde ich alle Leute irgendwie in die Berge verpflanzen, aber das geht ja auch nicht. 

Mehr von Toni Panzer gibt es im Bergpodcast des Deutschen Alpenvereins

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