Was ist das eigentlich, dieser Fahrradtrend Bikepacking, der die letzten Jahre die Fahrradmessen, Bikeshops und Straßen dieser Welt erobert hat? Vereinfacht gesagt: die Kombination aus Biken und minimalistischem Camping. Ähnlich wie bei Mehrtages-Trekkingtouren – nur mit größerer Reichweite und Trail-, Schotter oder Teerspaß dank geländegängigem Fahrrad. Ich bin dabei am liebsten völlig unabhängig von Hotels, Pensionen oder Campingplätzen: Einfach meinen Traumplatz am Fluss, am See oder im Wald suchen, mein Zelt aufschlagen, die Isomatte und den Schlafsack ausrollen und unter freiem Himmel schlafen.
Der Reiz am Bikepacking ist für mich das Abenteuergefühl, das mich überkommt, wenn ich meine Sachen aufs Rad packe, losfahre und völlig frei und total flexibel unbekannte Ecken entdecke – egal ob direkt vor meiner Haustüre in Bayern oder fernab der Zivilisation in Ecuador. Damit mein Rad nicht zu schwer wird, habe ich nur die wichtigsten Ausrüstungsgegenstände dabei – denn den Fahrspaß auf Schotterstraßen, Waldpfaden oder alpinen Single Trails will ich mir nicht von zu viel Gewicht vermiesen lassen. Und spätestens am dritten Tag bin ich dann wieder süchtig nach: Ride, eat, sleep, repeat!
Wer jetzt denkt, wäre schon cool, aber dafür brauche ich wieder ein spezielles Rad, spezielle Packtaschen und ultraleichte Camping-Ausrüstung, der täuscht sich. Klar, es ist nie verkehrt langfristig in gutes Equipment zu investieren, aber nur um es auszuprobieren, ist das nicht notwendig. Nutzt euer vorhandenes Rad, sucht eine kurze Übernachtungstour in der Nähe eures Wohnortes aus und testet einfach mal, wie sich das Ganze anfühlt. Ihr werdet schnell merken, ob es euch grundsätzlich taugt und wenn ja, welchen Ausrüstungsgegenstand ihr nach der Rückkehr anschaffen müsst.
Meine erste Tour habe ich als ich neun Jahre alt war auf meinem damals nagelneuen Kettler Alurad und mit den 25 Jahre alten Packtaschen meines Vaters unternommen. Auch wenn diese Tour schon am zweiten Tag nach einer Karambolage mit meinem Bruder jäh endete, so hat mich seitdem die Faszination „Abenteuer Bikepacking“ nicht mehr losgelassen.
Das perfekte Bikepacking Rad ist das, das ihr schon habt und mit dem ihr auf Trails, Schotterwegen oder Straßen gut zurecht kommt. Je nach Gusto und Terrain. Denn das Schöne am Bikepacking ist, dass man nicht wie beim klassischen Bike-Touring Befestigungsösen für Gepäckträger benötigt, um daran seine Packtaschen zu befestigen. Eine "Arschrakete" oder Lenkerrolle passt an so ziemlich jedes Bike, egal, ob MTB, Gravel oder Rennrad. Manchmal sind nur kleine Änderungen am Rad nötig, um es fürs Bikepacking zu optimieren, wie zum Beispiel sogenannte Anything Cages, die man am Unterrohr oder an der Federgabel mit Kabelbindern oder speziellen Schellen befestigt. Damit lassen sich kleine Ausrüstungsgegenstände wie Isomatte, Schlafsack oder Campingküche transportieren.
Auf den zunehmenden Bikepackingtrend reagieren mittlerweile auch die Radhersteller und bieten insbesondere bei Gravelbikes eine Vielzahl von Modellen an, die entsprechend mit spezifischen Features wie zusätzlichen Anschraubpunkten an Rahmen und Gabel, Rahmenstaufach und 50 Millimeter+ Reifenfreiheit für Bikepacking Abenteuer ausgerüstet sind. Dazu zählen unter anderem das Rose Backroad, Canyon Grizl, Orbea Terra, Specialized Diverge und das 3T Ultra2 Italia.
Auch wenn man sich beim Bikepacking in Puncto Ausrüstung aufs Wesentliche konzentriert, will trotzdem alles am Rad seinen Platz finden und möglichst gut verstaut und verteilt sein. So büßt das beladene Rad seine Fahreigenschaften nicht ein und der Fahrspaß bleibt erhalten. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl an Herstellern von Bikepacking Taschen wie Relevate Design aus Alaska, Apidura und Tailfin aus England sowie Evoc und Cyclite aus Deutschland. Diese bieten für beinahe jeden Teil des Bikes kleinere oder größere Stauräume zur Befestigung an. Tailfin hat sich in der Ultra Cycling Szene mit seinem leichten Carbon Rack und Cargo-System einen Namen gemacht. Was ich im Laufe der Zeit für mich herausgefunden habe ist: so viel wie nötig, so wenig wie möglich. Und: Gut gepackt ist halb transportiert.
Seit 2017 stellt auch die deutsche Firma Ortlieb Bikepacking Taschen her. Ortlieb gilt als Pionier im Bereich der wasserdichten Fahrradtaschen: 1981 näht Hartmut Ortlieb nach einer wortwörtlich ins Wasser gefallenen Radtour durch Südengland mit der Nähmaschine seiner Mutter aus einer alten LKW-Plane die erste wasserdichte Packtasche. Seitdem fertigt Ortlieb seine wasserdichten, PVC-freien Produkte am fränkischen Firmensitz Heilsbronn. 1992 kaufe ich mir für eine Radreise durch Korsika meine ersten wasserdichten Packtaschen von Ortlieb. Seit dem bin ich mit unterschiedlichen Taschen von Ortlieb unterwegs gewesen. Zuletzt ausschließlich mit welchen aus der mittlerweile 17 Modelle umfassenden Bikepacking Serie.
Die Ortlieb Seat Pack Bikepacking Satteltasche, auch Arschrakete genannt, vereint großzügigen Stauraum mit einer durchdachten Konstruktion für anspruchsvolle Bikepacking-Touren. Die robuste und wasserdichte Satteltasche wird über zwei starke Klettverschlüsse sicher an der Sattelstütze befestigt und überzeugt auch auf unbefestigten Wegen und Trails mit hoher Stabilität. Dank Rollverschluss und Kompressionsriemen lässt sich das Packvolumen zwischen 8 und 16,5 Litern flexibel variieren und der Inhalt zuverlässig vor Regen, Staub und Schmutz schützen. Ein zusätzliches Kompressionsventil sorgt schnell und einfach für mehr Kompression und dadurch für mehr Kompaktheit.
Ob für Overnighter oder mehrtägige Abenteuer – die 165 Euro und 456 Gramm leichte Bikepacking Satteltasche bietet eine zuverlässige Transportlösung für alle Radtypen ohne Gepäckträger, egal ob Rennrad, Gravel oder Mountain Bike. Für kleinere Rahmengrößen oder Bikes mit absenkbarer Sattelstütze bietet sich die kleinere, 11 Liter Version an, da sie nur sechs Zentimeter Anbringhöhe benötigt.
Mit dem 145 Euro teuren Ortlieb Handlebar-Pack erhältst du eine wasserdichte Bikepacking-Lenkertasche für zusätzlichen Stauraum am Bike sowie eine ausgewogene Gepäck- und Lastenverteilung. Die 420 Gramm leichte Lenkerrolle mit 15 Litern Volumen bietet ausreichend Platz für Schlafsack, Isomatte, Zelt oder Bekleidung. Beidseitige Rollverschlüsse ermöglichen einen schnellen Zugriff auf das verstaute Equipment. Kompressionsriemen an der Außenseite ermöglichen das Verstauen und Anbringen von weiterem Equipment, wie dem Accessory-Pack. Eine weitere Befestigungsmöglichkeit bieten die elastischen Kordelzüge an der Front der Lenkerrolle. Das stabile Montagesystem mit Klettverschlüssen und Gurtbändern sorgt für bombensicheren Halt an nahezu jedem Lenkertyp – auch an Carbonlenkern. Für schmale Dropbar Lenker gibt es die kleinere, 9 Liter fassende Version mit einer Breite von nur 40 Zentimeter.
Das Ortlieb Accessory-Pack ist die ideale Ergänzung zum Handlebar-Pack und bietet zusätzlichen, wasserdichten Stauraum für Wertsachen, Verpflegung oder Elektronik, die man schnell griffbereit haben möchte. Die kompakte Bikepacking-Tasche wird direkt am Handlebar-Pack befestigt oder als eigenständige Lenkertasche genutzt. Der Rollverschluss schützt den Inhalt zuverlässig vor Regen und Schmutz, während das durchdachte Befestigungssystem sicheren Halt auf jedem Untergrund gewährleistet. Eine vielseitige Fahrradtasche für alle, die wichtige Ausrüstung auf jeder Bikepacking-Tour schnell griffbereit haben möchten. Unterwegs kann die 204 Gramm leichte und 60 Euro teure Tasche mit dem beiliegenden Gurt in eine Schulter- oder Hüfttasche umfunktioniert werden.
Die 125 Euro teure Ortlieb Frame Pack Toptube Rahmentasche nutzt den Platz am Oberrohr besonders effizient und bietet schnellen Zugriff auf Equipment und Proviant, ohne auf Trinkflaschen verzichten zu müssen. Die wasserdichte Bikepacking Tasche wird sicher durch Klettverschlussriemen am Rahmen befestigt und überzeugt durch ihre stabile Konstruktion auch auf anspruchsvollen Strecken. Das robuste Material schützt den Inhalt zuverlässig vor Regen, Staub und Schmutz, während der praktische Reißverschluss einen komfortablen Zugriff ermöglicht. Die kompakte, 4 Liter fassende Rahmentasche eignet sich für schweres oder sperriges Equipment wie Zeltstangen, Werkzeug, Powerbank und Proviant. Für kleinere Rahmen gibt es die 3 Liter Version.
Das Ortlieb Fork-Pack erweitert das Bikepacking-Setup um eine ultraleichte, wasserdichte Tasche für die Gabel mit zusätzlichem Stauraum für Ausrüstung, Kleidung oder Proviant. Dank dem Quick-Lock S Adapter lässt sich die 325 Gramm schwere und 65 Euro teure Tasche mit praktischem Rollverschluss in Sekundenschnelle ein- oder aushängen und flexibel an Gabeln mit oder ohne Schraubaufnahme befestigen. Alternativ gibt es auch eine kleinere, 4,1 Liter fassende Variante der Fork-Pack.
Das 90 Euro teure Ortlieb Gravel-Pack Single ist eine wasserdichte Gepäckträgertasche für Bikepacking, Radreisen und den täglichen Einsatz. Mit 14,5 Litern Volumen bei 540 Gramm Gewicht bietet die Fahrradtasche mit Rollverschluss ausreichend Platz für Bekleidung, Proviant oder Campingausrüstung. Das neue Quick-Lock3.1 Befestigungssystem sorgt für sicheren Halt am Gepäckträger und ermöglicht ein schnelles Anbringen und Abnehmen der Tasche. Das robuste, abriebfeste Material schützt den Inhalt zuverlässig vor Wind und Wetter.
Less is more ist der Leitgedanke beim Bikepacking. So wenig wie möglich und so viel wie nötig mitnehmen. Denn am Ende muss alles in Taschen auf dem Rad verstaut werden. Und das am besten so, dass es das Fahrgefühl und Bikehandling möglichst wenig bis gar nicht beeinträchtigt wird. Damit dies gelingt, helfen ein paar grundsätzliche Kniffe:
Das perfekte Bikepacking Taschen Set-Up hängt zum einen von der Länge der Tour ab und zum anderen wie und wo man übernachtet, sprich ob Camping oder Hotel, da dies einen großen Einfluss auf den benötigten Stauraum hat. Als Standard gilt meistens die Sattel- und Lenkertasche kombiniert mit einem Toptube Bag oder einem Snack Bag. Je mehr Ausrüstung verstaut werden will, umso mehr Stauraum benötigt man. Dabei kann eine zusätzliche Rahmentasche (Frame Bag) sehr nützlich sein sowie Gabeltaschen (Fork Bags). Auch hier haben sich gewisse Prinzipien bewährt, welcher Ausrüstungsgegenstand idealerweise in welcher Tasche verstaut wird.
| Satteltasche | Bekleidung / Schlafsack / Isomatte / Kochtopf und Tasse |
| Lenkertasche | Zelt / Biwaksack / Regen- und Wechselbekleidung |
| Rahmentasche | Zeltgestänge (falls zu lang für die Lenkertasche) / Werkzeug, Ersatzteile und Pumpe / Powerbank und Ladekabel / Stirnlampe / Snacks und Essen / Kocher / Messer und Spork |
| Oberrohrtasche & Snack Bag | Smartphone / Snacks wie Riegel, Gels und Cola Fläschchen / Sonnencreme / Geldbeutel |
| Gabeltaschen | Isomatte / Schlafsack / Essen |
Fahrradfahren ist eine meiner Leidenschaften – eine zweite, mindestens genauso große: Essen. Die Energieversorgung ist auch unterwegs für mich mehr als nur eine tägliche Notwendigkeit. Sie nur mit Gels oder Energieriegeln zwar effizient, aber spaßlos zu erledigen, kommt nicht in Frage. Gewichtsreduzierung hin oder her, die notwendigen Campingküchen-Essentials habe ich deswegen meistens am Rad und wenn es nur ein Messer und eine Spork für eine leckere Brotzeit oder Snack ist.
Wenn es doch mal schnell gehen muss, schwöre ich auf klassische Cola Fläschchen oder Cola Powershots von Powerbar. Bei Riegeln gehöre ich zur Fraktion Clif Bar und Raw Bite oder wenn Zeit ist, backe ich selber welche.
Viele weitere Tipps zum Thema Essen, wie zum Beispiel das portionsweise Abpacken von Haferflocken, Nudeln oder Reis in wiederverschließbare Plastikbeutel, findet ihr auf bikepacking.com und leckere Rezepte für den Campingkocher bei Outville.
Klein aber oho. Der 58 Gramm leichte Primus Micron III Gaskocher mit ist ein kleines Powerhouse. Durch den Regulator am Ventil lässt sich die Flamme besser kontrollieren und damit die Leistung optimieren, wenn es draußen kalt ist oder die Gaskartusche sich dem Ende neigt. Der 2.600 Watt starke Kocher bringt einen Liter Wasser in unter vier Minuten zum Kochen und kommt mit kleinen bis mittelgroßen Töpfen zurecht. Zum Verstauen klappt man den 70 Euro teuren Kocher einfach ein.
Das 456 Gramm leichte Primus LiTech Topf-Set kombiniert geringes Gewicht mit hoher Funktionalität und ist die ideale Wahl für Trekking, Camping und Bikepacking. Die 1,3 Liter fassenden Töpfe aus harteloxiertem Aluminium sorgen für eine effiziente Wärmeverteilung, während die Antihaftbeschichtung aus Keramik das Kochen und Reinigen erleichtert. Zwei Töpfe ermöglichen die gleichzeitige Zubereitung verschiedener Gerichte, der Deckel mit integriertem Sieb erleichtert das Abgießen. Dank der mitgelieferten Griffzange und des platzsparenden, ineinander stapelbaren Designs lässt sich das komplette 80 Euro teure Kochset kompakt im Packbeutel verstauen – perfekt für alle, die unterwegs Wert auf eine leichte und durchdachte Outdoor-Küche legen.
Die 450 Milliliter fassende, doppelwandige Titanium-Tasse von Snowpeak hält den frisch gebrühten Morgenkaffee nicht nur warm, sondern ist mit ihren 118 Gramm auch verdammt leicht. Es funktioniert genauso für Pasta, Risotto, Porridge oder Müsli. Das Leichtgewicht aus Japan ist in drei bunten Eloxalfarben oder in klassischem Titangrau für 70 Euro erhältlich.
Wer auf jedes Gramm achtet, der sollte sich die 16 Gramm leichte Titanium Spork von Snowpeak anschauen – die eierlegenden Wollmilchsau aus der Campingbesteckwelt. Das Gabel-Löffel-Esswerkzeug ist für 15 Euro in vier Eloxalfarben erhältlich.
Opinel, der Taschenmesser Klassiker mit Buchenholzgriff ist ursprünglich 1890 vom Franzosen Joseph Opinel für Bauern entwickelt worden. Mittlerweile darf es in keiner Outdoor Hosentasche mehr fehlen. Wie alle Opinels verfügt das 50 Gramm leichte N°08 Baroudeur für 17 Euro über das einzigartige Virobloc-System, mit dem sich die Klinge blitzschnell arretieren lässt. Um die Klinge festzustellen, muss nur der Sicherungsring gedreht werden.
Wenn man mehrere Tage in der Natur unterwegs ist, ist es schwierig den kompletten Nahrungsbedarf durch frische Lebensmittel zu decken. Häufig kommen Fertiggerichte auf den Teller, die lange halten und in den Packtaschen wenig Platz wegnehmen. Das kulinarische Erlebnis ist dabei oft enttäuschend.Mit den REAL Field Meals genießt du auch unterwegs vollwertige, gefriergetrocknete Mahlzeiten mit natürlichen Zutaten, hohem Energiegehalt und authentischem Geschmack. Einfach heißes Wasser hinzufügen, kurz ziehen lassen und direkt aus dem Beutel genießen. Es stehen sieben unterschiedliche Müsli und Porridge Varianten für je 8 Euro zur Auswahl sowie 14 herzhafte Gerichte mit und ohne Fleisch zu je 12 Euro.
Manchmal hat man keinen Zugang zu sauberem Wasser und da bietet sich das 70 Euro teure Katadyn BeFree AC Filtersystem an, das zuverlässige Wasserfiltration mit einem ultraleichten, kompakten Design kombiniert. Der leistungsstarke Hohlfaserfilter entfernt Bakterien, Protozoen und Mikroplastik, während der Aktivkohlefilter Geschmack und Geruch des Wassers verbessert. Dank der EZ-Clean Membran lässt sich der Filter ohne Rückspülen einfach reinigen. Die faltbare 1 Liter-Liter-Hydrapak SoftFlask spart Platz im Gepäck und macht das nur 72 Gramm leichte Wasserfiltersystem zum idealen Begleiter für jedes Outdoor-Abenteuer.
Mindestens so wichtig, wie eine ordentliche Mahlzeit am Tag, ist guter Schlaf in der Nacht. Stimmt beides, sind ordentlich Höhenmeter und Kilometer ein Klacks. Für meine Bikepacking-Trips habe ich mir deshalb ein Übernachtungs-Set-up zusammengestellt, das gewichtsoptimiert ist, aber trotzdem nicht auf Komfort verzichtet. Während eine leichte Isomatte und ein komprimierbarer Schlafsack Standard sind, gibt es bei der Überdachung verschiedene Möglichkeiten und Komfortstufen – von einfach mit dem Biwaksack über Mittelklasse mit einem Tarp bis hin zu luxuriös mit einem leichten Zelt. Hersteller wie Nordisk mit den Modellen Telemark 2 UL oder Halland 2 LW, MSR mit dem Hubba NX oder Big Agnes mit den speziellen Bikepacking Modellen Tigerwall UL Bikepack und Copper Spur UL Bikepack bieten entsprechend leichte und klein verpackbare Zelte an, die sich perfekt eignen. Abhängig vom konkreten Bikepacking-Abenteuer, der Region, Jahreszeit und den persönlichen Ansprüchen entscheidet man sich für die jeweils passende Behausung. Und wer es gerne komfortabler hat, sucht sich einfach eine Pension oder ein Hotel.
Das Big Agnes Copper Spur UL2 Bikepack ist ein ultraleichtes, freistehendes 3-Jahreszeiten-Zelt für zwei Personen, das speziell für Bikepacking-Abenteuer entwickelt wurde. Mit einem Gesamtgewicht von nur 1,67 Kilogramm und einem kompakten Packmaß von 41 x 14 Zentimeter lässt es sich dank des Shortstik-Gestänges und des wasserdichten Packsacks mit integrierten Befestigungsgurten optimal am Fahrrad transportieren. Das innovative HyperBead™-Gewebe ist leichter, reißfester und wasserabweisender als herkömmliche Materialien und sorgt für zuverlässigen Wetterschutz. Zwei großzügige Apsiden, praktische 3D-Staufächer und zahlreiche Befestigungsmöglichkeiten bieten ausreichend Platz für Ausrüstung und Zubehör. Die freistehende Konstruktion, farbcodierte TipLok™-Schnallen und durchdachte Belüftungsoptionen ermöglichen einen schnellen Aufbau und ein angenehmes Zeltklima. Das 700 Euro teure Big Agnes Copper Spur UL2 Bikepack ist die ideale Wahl für alle, die auf mehrtägigen Bikepackingtouren geringes Gewicht, kompaktes Packmaß und hohen Wohnkomfort kombinieren möchten.
Die 270 Euro teure NEMO Equipment Tensor Elite Ultralight Insulated Sleeping Pad ist eine der leichtesten Isomatten auf dem Markt und wurde speziell für Ultraleicht-Trekking und Bikepacking entwickelt. Mit nur 240 Gramm, einem R-Wert von 2,4 und einer komfortablen Stärke von 7,6 cm bietet sie ein beeindruckendes Verhältnis aus Gewicht, Komfort und Packmaß. Das robuste 10D Cordura-Nylon, die Thermal Mirror-Isolierung und die innovative Apex-Kammernkonstruktion sorgen für hohen Liegekomfort bei minimalem Gewicht. Dank dem Laylow Ventil und dem Vortex Pumpsack ist die ultraleichte Isomatte schnell aufgeblasen und bereit für erholsame Nächte während kleiner und großer Bikepacking Abenteuer.
Der 363 Gramm leichte Sea to Summit Spark Daunenschlafsack 7°C wurde für alle entwickelt, die auf Trekking- oder Bikepacking-Touren jedes Gramm sparen möchten, ohne auf zuverlässigen Schlafkomfort zu verzichten. Seine hochwertige 850+ cuin RDS-zertifizierte Gänsedaune mit PFAS-freier Ultra-Dry-Behandlung bietet ein hervorragendes Wärme-Gewichts-Verhältnis und überzeugt auch bei feuchten Bedingungen mit zuverlässiger Isolationsleistung. Das ultraleichte 10D-Nylon-Außenmaterial mit PFAS-freier DWR-Imprägnierung sowie das atmungsaktive Innenmaterial reduzieren Gewicht und schützen die Kapuze und Fußbereich zuverlässig vor Feuchtigkeit. Die ergonomische Mumienform, eine technisch geschnittene Kapuze und die anatomische Fußbox sorgen für angenehmen Schlafkomfort, ohne unnötig einzuengen. Ein leichtgängiger YKK Reißverschluss mit Zip-Plow und zwei Schiebern ermöglicht eine komfortable Bedienung und flexible Belüftung. Der 339 Euro teure Sea to Summit Spark 7°C ist in drei Längen und vier Temperaturbereichen erhältlich und kombiniert ein geringes Packmaß, niedriges Gewicht und top Wärmeleistung für anspruchsvolle Outdoor-Einsätze.
Das 45 Euro teure Exped Ultra Pillow kombiniert hohen Schlafkomfort mit minimalem Gewicht und kleinem Packmaß – ideal für mehrtägige Bikepacking-Abenteuer. Die anatomische Form stabilisiert Kopf und Nacken, während sich Höhe und Festigkeit über das Kombi-Ventil individuell anpassen lassen. Das weiche, recycelte Stretch-Polyester sorgt für ein angenehmes Hautgefühl, und dank der seitlichen Stoffösen lässt sich das aufblasbare Outdoor-Kissen sicher an der Isomatte befestigen.
Die Black Diamond Spot 400 R ist eine kompakte, wiederaufladbare Stirnlampe mit einer maximalen Leuchtweite von bis zu 100 Metern. Mit ihrer Leuchtkraft von bis zu 400 Lumen sorgt sie bei Dunkelheit für eine zuverlässige Ausleuchtung. Das ergonomische Design, die intuitive Zwei-Tasten-Bedienung und die praktische PowerTap-Technologie ermöglichen eine schnelle Anpassung der Helligkeit. Dank IPX8-zertifiziertem, wasserdichtem Gehäuse und integriertem Akku mit USB-Ladefunktion ist die 60 Euro teure Black Diamond Spot 400 R für anspruchsvolle Einsätze bestens gerüstet.
Da es bei jedem Bikepacking-Abenteuer zu Verschleiß an Material und auch Mensch kommen kann, sollte man entsprechend vorsorgen. Deshalb habe ich immer ein Erste-Hilfe Set, ein Multitool, einen Ersatzschlauch, Reifenheber, eine Luftpumpe und ein kleines Kettenöl im Gepäck. Mir haben aber auch Kabelbinder und Panzertape schon oft hilfreiche Dienste erwiesen. Bei einem Tubeless Reifen Set-up empfiehlt es sich eine kleine Flasche Dichtungsmilch und ein Tubeless Repair Kit mit dabei zu haben.
Das kompakte Erste-Hilfe-Set Fit Aid Waterproof von Ortovox ist wie der Name schon sagt, vollständig wasserdicht. Der Rolltop ermöglicht nicht nur einen schnellen Zugriff auf den Inhalt, sondern bietet auch noch genügend Platz für Zusätzliches wie ein Desinfektionsspray. Der Inhalt ist übersichtlich auf vier Kammern verteilt. Illustrationen und Beschriftungen informieren über den jeweiligen Inhalt und geben wichtige Versorgungstipps. Das kompakte First Aid Kit gibt es für 55 Euro und gehört in jeden Rucksack.
Mit der 204 Gramm schweren Mini-Fahrradwerkstatt für unterwegs – 34 Werkzeuge aus gehärtetem Stahl und ein Kettennieter – ist man für den Ernstfall gut gerüstet. Sogar an den Flaschenöffner für das After-Ride-Bier haben die Werkzeugtüftler von Topeak bei dem 60 Euro teuren Multi-Tool gedacht.
Sollte einem die Luft nicht nur bergauf ausgehen, sondern auch im Reifen, schafft die 40 Euro teure Lezyne Alloy Drive Luftpumpe in kürzester Zeit Abhilfe. Der abnehmbare Schlauch wird einfach im Pumpengehäuse verstaut, wodurch die 112 Gramm leichte Pumpe auf ihr kompaktes Außenmaß von 17 Zentimetern schrumpft. Durch den überdimensionierten Griff und Kolben ist der Hub, verglichen mit anderen Pumpen, um 30 Prozent höher.
Früher bin ich zu Karten-Spezialisten wie Geobuch gegangen und habe dort das passende Kartenmaterial für mein nächstes Abenteuer gesucht. Heute gehe ich erst einmal auf Google Earth. Innerhalb von Sekunden kann ich mir dort einen ersten Eindruck verschaffen, bis ins Detail – sogar schon vorab schauen, wo sich beispielsweise ein geeigneter Übernachtungsplatz befindet. Wenn es dann in die weitere Planung geht, finde ich traditionelle Karten teilweise nach wie vor hilfreich für den zusammenhängenden Überblick. Für die digitale Detailplanung und später auch zur Navigation über das Smartphone oder das GPS Gerät, nutze ich Komoot. Bei längeren, mehrtägigen Touren ist die neue Premium Funktion "Etappen planen" äußerst praktisch. Bei einer Mehrtages-Tour empfiehlt es sich eine Powerbank mitzunehmen. Eine Alternative zu GPS Fahrradcomputern wie dem Wahoo Elemnt Roam 3, Garmin Edge 850 oder Hammerhead Karoo sind GPS-Sportuhren der neuesten Generation wie die Suunto Race.
Unbekanntes Terrain zu erkunden war nie so einfach wie heute: Einfach einen GPS-Track downloaden oder eine passende Route in der App auswählen, das Handy mit dem GPS-Gerät koppeln und schon kann es losgehen. Mit dem Elemnt Roam 3 bietet der amerikanische Hersteller Wahoo Fitness ein GPS-Gerät für Radfahrer an, das nicht nur mit den wichtigsten, sogenannnten Smart-Navigations-Funktionen ausgestattet ist, sondern auch mit einem 2,8 Zoll Farbdisplay. Dank der Smart Navigation Funktionen wird die Zielführung in unbekanntem Gelände zum Kinderspiel: Der 449 Euro teure ROAM 3 führt einen zum Beispiel automatisch wieder zurück zur geplanten Route, wenn man vom Kurs abkommt, findet die schnellste Route zurück zum Startpunkt oder navigiert einen vom aktuellen Standort zum Start der geplanten Tour. Neu ist die Funktion einen Standort aus Google Maps oder Apple Maps zu teilen, um direkt auf dem Gerät eine Route dorthin zu erstellen. Eine Akkuleistung von bis zu 25 Stunden ermöglicht dabei auch lange Ausfahrten und Touren über mehrere Tage. Über ein USB-C Kabel lässt sich der Akku schnell wieder aufladen. Einrichten und auswerten lässt sich der Roam über die kostenfreien Wahoo Elemnt Companion App. Über die verschiedenen Schnittstellen wie Ant+, Wifi oder Bluetooth lassen sich schnell und unkompliziert verschiedene Sensoren, wie beispielsweise für Herz- oder Trittfrequenz, mit dem Fahrrad Computer koppeln. Ebenso integriert Wahoo Daten von Drittanbietern wie Strava, Komoot oder ride with gps und zieht sich von dort beispielsweise gespeicherte Routen. Ist der Bike Computer mit dem Smartphone verbunden können Anrufe, WhatsApp- und SMS-Nachrichten sowie Musik über Spotify auf dem Fahrrad Computer angezeigt und bedient werden.
Die neue Suunto Race ist so etwas wie die eierlegende Wollmilchsau unter den GPS-Sportuhren: 95 Sportmodi wie Laufen, Wandern, Mountainbiken, Langlaufen, Skitourengehen, Skifahren und Schwimmen, Outdoorfunktionen wie GPS-Tracking und Navigation, Höhenmesser und Barometer als mobile Wetterstation, Trainingsfunktionen wie Intervalltraining, Herzfrequenz, Geschwindigkeit und Strecke, Trainingsbelastung und -erholung. Die neue digitale Krone erleichtert dabei den schnellen Zugriff auf die zahlreichen Funktionen. Sogar eine Blutsauerstoffmessung ist möglich, um die Akklimatisierung in größeren Höhen zu erleichtern, sollte man mal in die Verlegenheit kommen. Alle Aktivitäten können aufgezeichnet und über Partnerportale wie Komoot oder Strava geteilt werden. Die neue Highend-Sportuhr verfügt im Tour-Modus über eine GPS-Aufzeichnungskapazität von bis zu 120 Stunden und ist der Akku einmal platt, lässt er sich innerhalb von zwei Stunden wieder vollständig aufladen. Routen können ganz einfach über die mobile Suunto App und sportartspezifische Heatmaps geplant und dank neuester Bluetooth-Technologie kabellos auf die Uhr zur Offline-Navigation übertragen werden. Wer jetzt denkt, hört sich ja alles ziemlich cool an, aber auf so einen schweren und klobigen Handgelenkscomputer habe ich keinen großen Bock, der irrt. Die bis 100 Meter wasserdichte Uhr gibt es nämlich in zwei Größen. Für kleinere Handgelenke gibt es das Modell Race S mit einem Ziffernblatt-Durchmesser von 45 Millimeter, einer Höhe von 11,4 Millimeter und einem Gewicht von 60 Gramm in der Edelstahlversion. Wer es gerne etwas üppiger am Handgelenk trägt, ist mit der Race bestens bedient. In der Titanversion wiegt sie bei einem Ziffernblatt-Durchmesser von 49 Millimeter und einer Höhe von 13,3 Millimeter leichte 69 Gramm. Die Suunto Race kostet in der Edelstahl-Version 399 Euro und in der Titan-Version 499 Euro. Das Modell Race S ist dagegen für 349 Euro zu haben.
Die 100 Euro teure Anker Powerbank (25K, 165W) versorgt unterwegs zuverlässig Smartphones, GPS Geräte, Uhren, Kameras und Beleuchtungssysteme mit Energie. Mit einer Kapazität von 25.000 mAh, einer Gesamtleistung von bis zu 165 Watt und integriertem sowie einziehbarem USB-C-Kabel bietet sie maximale Flexibilität beim Bikepacking. Es lassen sich bis zu vier Geräte gleichzeitig laden. Mit knapp 600 Gramm ist sie kein Leichtgewicht, aber dafür bei der kompakten Größe eine extrem leistungsstarke Powerbank.
Die perfekte Packliste gibt es nicht. Sie entwickelt sich mit jeder Tour weiter – abhängig von Wetter, Strecke und persönlichem Gusto und Komfort. Grundsätzlich gilt jedoch, wer leicht packt, fährt entspannter und hat mehr Spaß am Abenteuer.
☐ Leichtes Zelt oder Tarp
☐ Footprint oder Rettungsdecke als Zeltunterlage
☐ Leichter, komprimierbarer Schlafsack (Temperaturbereich passend zur Jahreszeit und Region)
☐ Leichte Isomatte mit Aufblasbeutel oder Mini-Pumpe (falls nötig)
☐ Kleines aufblasbares Kopfkissen
☐ Stirnlampe mit Ladekabel oder Ersatzbatterie
☐ Gaskocher oder Benzinkocher
☐ Gaskartusche oder Brennstoffflasche
☐ Topf mit Deckel und Griff
☐ Becher (optional isoliert)
☐ Spork oder Gabel und Löffel
☐ Messer
☐ Feuerzeug
☐ Schwamm & biologisch abbaubares Mini-Spülmittel
☐ Ersatz-Bremsbeläge
☐ Müllbeutel
☐ Optional AeroPress oder Filter für Kaffeezubereitung
☐ Frühstück (z.B. Müsli oder Porridge)
☐ Snacks für unterwegs (z.B. Riegel, Gels, Gummibärchen, Nüsse, etc.)
☐ Abendessen (Outdoor Fertiggerichte oder frische Lebensmittel)
☐ Kaffee oder Tee
☐ Elektrolyte
☐ Gewürze, Salz und Pfeffer in Mini-Dosen und kleines Olivenöl
☐ Trinkflaschen
☐ Trinkblase (optional)
☐ Wasserfilter oder Entkeimungstabletten
Auf dem Bike
☐ 2x Trikot und / oder Funktionsshirt (z.B. aus Merinowolle)
☐ 2x Radhose / Bib
☐ 2x Socken
☐ Arm- und Beinlinge
☐ Helm
☐ Sonnenbrille
☐ Optional Bike Cap und Handschuhe
Für das Camp
☐ Wechselshirt (Kurz- und Langarm, je nach Region)
☐ Unterwäsche und Schlafsachen
☐ Fleecepulli (optional)
☐ Isolierjacke (Daune oder Kunstfaser)
☐ Regenjacke
☐ Regenhose (je nach Wetter und Region)
☐ Lange Hose oder Leggins und/oder Shorts
☐ Mütze und /oder Buff
☐ Leichte Schuhe oder Sandalen
☐ Multitool
☐ Minipumpe
☐ Ersatzschlauch
☐ Tubeless-Reparaturset
☐ Reifenheber
☐ Flickzeug
☐ Kettenschloss
☐ Kettennieter (falls nicht im Multitool)
☐ Ersatz-Bremsbeläge
☐ Schaltauge (optional)
☐ Kabelbinder
☐ Gewebeband
☐ Speichenschlüssel (falls nicht im Mulitool)
☐ Ventilkern & Ventilschlüssel
☐ GPS-Radcomputer oder Smartphone
☐ Powerbank
☐ Ladekabel für alles Devices
☐ USB-Netzteil
☐ Fahrradbeleuchtung vorne oder Stirnlampe (wenn man nicht viel bei Dunkelheit fährt)
☐ Rücklicht
☐ Smartwatch-Ladekabel (falls nötig)
☐ Zahnbürste & Mini-Zahnpasta
☐ Sonnencreme
☐ Lippenpflege
☐ Toilettenpapier
☐ Feuchttücher
☐ Mikrofasertuch
☐ Handdesinfektion (optional)
☐ kleines Deo und Duschgel
☐ Pflaster (verschiedene Größen) plus Klammerpflaster
☐ Wunddesinfektionsspray
☐ Sterile Kompressen und Mullbinden plus medizinisches Klebeband und Schere
☐ Rettungsdecke
☐ Schmerzmittel (Ibuprofen) und Breitband Antibiotika (für den Notfall)
☐ Persönliche Medikamente
☐ Zeckenkarte und Pinzette
☐ Personalausweis
☐ Krankenversicherungskarte
☐ EC-/Kreditkarte
☐ Bargeld
☐ Notfallkontakte
☐ Satteltasche
☐ Lenkertasche
☐ Oberrohr-Rahmentasche
☐ Snack Bag
☐ Gabeltaschen (optional)
☐ Oberrohrtasche (optional)
Fotos: @Hersteller / @TalesonTyres / @Christian Wander
