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Vom oberen Isartal zum Soiernhaus

Wo es schon König Ludwig II. gefiel, da fahr ich auch gern hin: Ins Karwendelgebirge, in die Gegend rund um die Soiernspitze mit smaragdgrünen Bergseen, dem abenteuerlichen Lakaiensteig und dem urigen Soiernhaus. Einzig die langen Zustiege über Forststraßen trüben das Vergnügen. Nicht aber wenn man die Tour mit dem Mountainbike kombiniert.
Text & FotosChristian Wander

Aus der Ferne erkennt man noch in Fragmenten den ehemaligen Reitweg, der sich in langen Zickzack-Kehren hinauf zur knapp über 2.000 Meter hohen Schöttelkarspitze zieht und auf Geheiß König Ludwig II. angelegt wurde. Dort oben auf dem Gipfel drohnte einst ein Pavillon namens Belvedere, in dem er seinen Tee einzunehmen pflegte und die grandiose Aussicht genoss. Als Ausgangspunkt und Basecamp diente ihm das auf 1.610 Meter gelegene Soiernhaus, das er gleich zu Beginn seiner Regentschaft erbauen lies. Für uns markiert es das heutige Ziel unserer Bike & Hike Tour, die in Vorderriß startet. Entlang der sich idyllisch dahin schlängelnden Isar strampeln wir auf einem breiten Schotterweg Richtung Krün, das imposante Wettersteinmassiv mit Alp- und Zugspitze immer im Blick. Unser Kini wusste schon, wo es besonders schön ist. So haben es ihm insbesondere die Ammergauer Alpen, das Wetterstein und Karwendel angetan. Dort ließ er überall kleinere oder größere Residenzen erbauen, um die Schönheit der alpinen Landschaft ausgiebig genießen zu können.

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Über den Lakaiensteig zum Soiernhaus

Von der Isarbrücke bei Krün aus zieht sich der Forstweg teils steil durch den Bergwald hinauf zur Fischbachalm auf 1.400 Meter Höhe. Kühe grasen auf den sanft geschwungenen Almmatten. Wer jetzt nochmals einen kleinen Energieschub für den bevorstehenden Hike-Abschnitt benötigt, dem sei die Einkehr in der Fischbachalm empfohlen. Wir deponieren unsere Bikes in den Latschen, tauschen die Bikeschuhe gegen unsere Zustiegsschuhe und starten unsere Wanderung auf dem sich wunderschön durch den Bergwald entlang von schroff abfallenden Bergflanken schlängelnden Lakaiensteig in Richtung Soiernhaus. Immer wieder zieht der massive Felsaufbau der Soiernspitze unsere Aufmerksamkeit auf sich. In der Ferne machen wir bereits das winzig wirkende Soiernhaus aus, das spektakulär oberhalb eines imposanten Wasserfalls auf einer bewaldeten Felskante sitzt. Der teilweise ausgesetzte Lakaiensteig verdankt seinen Namen der Tatsache, dass einst die Dienerschaft über diesen Bergsteig den Lebensmittelnachschub für die königliche Bergunterkunft organisierte.

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Leckeres Essen und Panorama satt auf dem Soiernhaus

Nach rund einer Stunde feinster, panoramareichen Wanderschaft samt Gamsbegegnung, stehen wir auf der kleinen Terrasse des urigen Soiernhauses. Hier führt mittlerweile seit ein paar Jahren das sympathische, junge Hüttenwirtpaar Susanne und Klaus das Regiment und kredenzen ihren Gästen feinste lokale Leckereien, die mindestens so gut schmecken wie zu König Ludwigs Zeiten. Nur gesegelt wird heute nicht mehr auf den beiden smaragdgrünen Soiernseen. Das war einzig dem Monarchen vorbehalten, für den extra ein kleines Segelboot dort hinauf geschleppt wurde. Er ließ die Felswände mit Fackeln illuminieren und sich bei Mondschein umherrudern, um das faszinierende Licht-Schauspiel, das sich in der Wasseroberfläche spiegelte, zu genießen.

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Landschaftlich und atmosphärisch ist es ein besonderer Ort, der absolut zum Verweilen einlädt. Nur schweren Herzens verlassen wir ihn wieder. Eins ist jedoch klar, wir kommen wieder. Nur nächstes Mal bleiben wir über Nacht und kraxeln noch hinauf zur Schöttelkarspitze oder Soiernspitze, um auch in den Genuss der grandiosen Gipfelaussicht zu kommen, von der schon König Ludwig II schwärmte.

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Christian ist im Allgäu aufgewachsen und lebt mittlerweile mit seiner Familie am Staffelseee. Er liebt Campen und Kochen auf dem Einflammen-Outdoor-Herd. Wenn er nicht mit seinen zwei Jungs über Trails jagt, in den Monti Sibillini auf Trüffelsuche geht und Unternehmen in Sachen Brand Strategy berät, sitzt er entweder auf seinem Gravelbike, gleitet auf Pommesski über Skatingloipen oder zieht mit breiten Tourenski los. Bevorzugt vor der Haustüre, im Karwendel, in den Dolomiten und am Gardasee. Immer dabei eine gute Brotzeit und ein Wechselshirt.

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