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Falkenhütte-6

Alpine Geschichte und Bilderbuch-Hüttenromantik

Spektakulär gelegen vor den Laliderer Wänden, traditionell holzvertäfelt, ausgestattet mit einer gemütlichen Stube und von einem Wirt geführt, der seinen Job als Berufung versteht – die Falkenhütte im Karwendel hat alles, was eine Traum-Berghütte braucht. Doch es gibt noch mehr Gründe, warum man ihr noch diesen Sommer einen Besuch abstatten sollte.

Die Falkenhütte liegt auf 1.848 Metern direkt vor den imposanten Lalidererwänden, die in Zeiten vor dem Zweiten Weltkrieg und in den 70er Jahren Hotspot für (Profi-)Kletterer waren. An die 1.000 Meter ragen die Wände senkrecht in den Himmel empor und sorgen für eine beeindruckende Kulisse, der man sich schwer entziehen kann.

Am 20. August 1921 wurde der Grundstein für die Falkenhütte gelegt. Drei Jahre lang zogen im Sommer allwöchentlich Gruppen von acht bis zehn, später von 20 und mehr Ehrenamtlichen von München über Scharnitz, Kochel oder Tölz zum Hüttenbauplatz. Zwei Jahre lang wurde die Hütte von ihnen mit Hilfe von nur drei Festangestellten aufgebaut. An Pfingsten 1924 nahm sie offiziell ihren Betrieb auf.

Seit 2015 steht die Falkenhütte aufgrund ihrer (alpin-)geschichtlichen und kulturellen Bedeutung zu großen Teilen unter Denkmalschutz – und muss nun saniert werden, fast 100 Jahre nach der Grundsteinlegung. Hüttenwirt Fritz Kostenzer und seine Frau Ursula werden sich nach der Schließung im September erst einmal von der Hütte verabschieden. Auf die Frage, wie das Aufhören wohl sein wird, sagt Fritz: „Jetzt bin i amol no dabei ... und wenn die Welt untergeht, würde ich noch ein Bäumlein pflanzen – so muss man das sehen.“

Fritz ist selbst auf der Falkenhütte aufgewachsen. Seit über 70 Jahren bewirtschaftet seine Familie die Hütte. In den Wintermonaten, während die Falkenhütte geschlossen war, hat Fritz in der Hotellerie im Tal gekocht – 21 Winter lang. Diesen Job bezeichnet er als „Schwerstarbeit“, nicht aber die abwechslungsreichen Aufgaben auf der Hütte, schließlich hätte er hier oben die besten Gäste der Welt, sagt Fritz. Er ist und bleibt bescheiden: „Jeder muss etwas leisten in seinem Beruf“ – und sieht seinen Verdienst um die Hütte als keine besondere Leistung.

Denkmalschutz und Renovierung

Allein die Projektsumme von insgesamt 6,3 Millionen Euro lässt die Größe der Renovierungs-Vorhaben erahnen. Zahlreiche Behördenauflagen zum Beispiel des Denkmalschutzes und Brandschutzes sowie notwendige Maßnahmen zur Substanzerhaltung machen eine Generalsanierung der Falkenhütte erforderlich – so die Sektion Oberland. Das Nebengebäude mit Winterraum, das „Horst-Wels-Haus“, wird abgerissen und neu aufgebaut. Das Technikgebäude wird erweitert, die hübsche Stube mit ihrer besonderen Wandtäfelung ist denkmalgeschützt, bleibt ebenso wie das Mobiliar bestehen und wird fachkundig restauriert.

Die Gesamtzahl der Schlafplätze (148 plus Winterraum) wird sich nicht erhöhen – jedoch werden in der Stube die Gäste gleichzeitig einen Platz finden und müssen nicht wie bisher „in Schichten“ essen. Spätestens zum Saisonstart 2020 soll der neue Gebäudekomplex feierlich eröffnet werden – bis dahin bleibt die Hütte geschlossen. Nur Bergsteiger in der Not finden in einer einfachen Unterkunft (circa 15 Schlafplätze) eine Zuflucht. Wer zur Sanierung der Falkenhütte Unterstützung leisten möchte: Hier gibt es sämtliche Informationen.

Warum man vor der Renovierung noch in der Falkenhütte übernachten sollte:

• Die paradiesische Umgebung des Karwendel ist einmalig: Wer einmal morgens aus dem Fenster auf die Laliderer Wände sieht, möchte nicht mehr in seine Stadtwohnung zurück.

• Die sommerliche Abendsonne, die Färbung des Himmels und der mächtigen Bergspitzen in einem der Liegestühle vor der Hütte zu genießen, ist atemberaubend und unschlagbar.

• Das Essen ist einfach super – überdurchschnittlich gut für eine Berghütte inklusive freundlichem Personal.

• Die Lage ist ideal für eine kleine Auszeit: eine schöne und einfache Wanderung Freitag abends zur Hütte (zwei Stunden, ca. 800 Höhenmeter von der Eng aus), Samstag und Sonntag das Karwendel erwandern oder einfach nur in den Blumenwiesen liegen und ausruhen, vielleicht Tiere beobachten... Eine große Portion Seelenruhe!

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